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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Kunstwelten Sozialität ästhetischer Praktiken

Kunst irritiert und fasziniert Betrachter, zieht als Spektakel Massen an, erzielt exorbitante Preise oder greift in gesellschaftliche Auseinandersetzungen ein. Eine lebhafte kunstsoziologische Forschung hat sich in den letzten Jahren auch der bildenden Kunst zugewandt und thematisiert sie als Kunstwelt (Becker),...

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Kunst irritiert und fasziniert Betrachter, zieht als Spektakel Massen an, erzielt exorbitante Preise oder greift in gesellschaftliche Auseinandersetzungen ein. Eine lebhafte kunstsoziologische Forschung hat sich in den letzten Jahren auch der bildenden Kunst zugewandt und thematisiert sie als Kunstwelt (Becker), als Feld (Bourdieu) oder als System (Luhmann). Das Seminar lenkt den Blick auf das Dreieck aus künstlerischen Praktiken, den vermittelnden Organisationen und Ereignissen sowie den rahmenden Konventionen in den Kunstwelten. Oft werden kreative Prozesse der ästhetischen Praxis mystifiziert. Begreift man sie hingegen als soziales Geschehen, lassen sie sich soziologisch analysieren. Gleiches gilt für Kooperationen in Künstlergruppen, die theoretisch als Sozialität der Solitäre (Thurn 1983) und empirisch durch Beziehungsanalysen zugänglich werden. Künstlerische Akteure benötigen für ihre berufliche Karriere ein hochorganisiertes Umfeld von Kunstakademien bis zu Museen. Galerien und Kunstmessen verkaufen ihre Kunstwerke. Ausstellungen präsentieren sie der Öffentlichkeit. Deshalb führt das Seminar in die soziologische Analyse dieser Institutionen und der Mechanismen der Preis- und Wertbildung ein. Es wendet sich den Konventionen der Kunstwelt zu, die das wechselnde Bild der Person der Künstlerin/des Künstlers und die Kämpfe im Feld der Künste bestimmen. Die Kunstkritik wird als Reflexionsinstanz berücksichtigt. Schließlich gilt es aufzugreifen, wie sich das Ästhetische über die Grenzen der Kunstwelt hinaus in Bereiche der gegenwärtigen Gesellschaft ausweitet. Es besteht Raum für eigene Forschungsfragen und Analysen. Zur Einführung: Müller-Jentsch, Walther (2011): Die Kunst in der Gesellschaft. Wiesbaden: VS Verlag. Gerhards, Jürgen (Hg.) (1997): Soziologie der Kunst. Produzenten, Vermittler und Rezipienten. Wiesbaden: VS. Die Aufsätze von: Becker, White/White, Alemann Als materialreicher kulturgeschichtlicher Hintergrund der deutschen Kunstwelt eignet sich: Ruppert, Wolfgang (1998): Der moderne Künstler. Zur Sozial- und Kulturgeschichte der kreativen Individualität in der kulturellen Moderne im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Frankfurt/M: Suhrkamp. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SoSe 2016 Soziologie Dr. Panzer Gerhard