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Uni-München
14. März 2017

Seminar Kurze Geschichten aus dem alten Island

Kurzgeschichten gelten gemeinhin als modernes literarisches Phänomen. Da die schreibfreudigen Isländer aber schon Jahrhunderte vor der Erfindung des Romans eine ähnliche Langform der Prosa entwickelt haben - die ›Saga‹ - ist es auch nicht verwunderlich, dass gleichzeitig eine literarische Form...

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Kurzgeschichten gelten gemeinhin als modernes literarisches Phänomen. Da die schreibfreudigen Isländer aber schon Jahrhunderte vor der Erfindung des Romans eine ähnliche Langform der Prosa entwickelt haben - die ›Saga‹ - ist es auch nicht verwunderlich, dass gleichzeitig eine literarische Form entwickelt wurde, die an die Kurzgeschichte erinnert. In diesem Seminar wollen wir uns dieser Kurzprosa des mittelalterlichen Skandinaviens zuwenden, den sog. þættir. Diese Erzählungen stehen ihrer ›großen Schwester‹, der altisländischen Sagaliteratur, nur ihre Länge betreffend nach. Überliefert sind sie v.a. in großen Sammelhandschriften. Einen Schwerpunkt des Seminars bilden die þættir der Flateyjarbók, der umfangreichsten Handschrift des isländischen Mittelalters, einem Schatz der isländischen Kulturnation. Somit werden die kurzen Geschichten auch im Rahmen ihrer Überlieferung und des Zusammenhangs innerhalb dieser Handschrift besprochen. Methodisch nähern wir uns den Texten v.a. aus erzähltheoretischer Perspektive, daneben fragen wir nach möglichen Gattungsmerkmalen. Handelt es sich bei den þættir um eine eigene Gattung, sind es ›kürzere Sagas‹, oder nur Bestandteile der größeren Erzählungen innerhalb der Handschrift? Gibt es Parallelen zur Novelle, wie sie im Italien des 14. Jahrhunderts entstand? Das Seminar richtet sich gleichermaßen an Studierende der Skandinavistik wie an SLK-Studierende. Es werden keine Kenntnisse des Altnordischen oder moderner skandinavischer Sprachen vorausgesetzt. Schmidt, Andreas LMU München WiSe 1617 Hahn Daniela Marta