Uni-Essen
14. März 2017Seminar Lebensverläufe im Sozialstaat
Der Soziologie des Lebenslaufs geht es grundsätzlich um die Frage, -wie Gesellschaft individuelle Lebensläufe beeinflusst- (Sackmann 2007: 7). Entscheidende Stellschrauben für diese Einflussnahme sind drei Aspekte: Erstens wird beobachtet, welche Prägekraft von den institutionellen, wohlfahrtsstaatlichen Rahmenbedingungen ausgeht. Sie können zweitens...
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Jetzt Lernplan erstellenDer Soziologie des Lebenslaufs geht es grundsätzlich um die Frage, -wie Gesellschaft individuelle Lebensläufe beeinflusst- (Sackmann 2007: 7). Entscheidende Stellschrauben für diese Einflussnahme sind drei Aspekte: Erstens wird beobachtet, welche Prägekraft von den institutionellen, wohlfahrtsstaatlichen Rahmenbedingungen ausgeht. Sie können zweitens in einer historischen Perspektive mit Fokus auf Veränderungen betrachtet werden, um damit den Einfluss wohlfahrtsstaatlicher Eingriffe über den gesamten Lebensverlauf hinweg zu erörtern. Dabei sind drittens stets persönliche Merkmale (wie Herkunft, Geschlecht und Alter) mit in den Blick zunehmen, da auch sie große Wirkung auf die individuellen Lebensverläufe ausüben.
Im Rahmen des Kurses werden zwei Ansätze verfolgt: Neben einer Einführung in die theoretischen Grundlagen der -Soziologie des Lebens(ver)laufs- werden empirische Ergebnisse – insbesondere an den kritischen Eckpunkten der ‚Normalbiografie‘ (Übergang von Schul- zu Bildungssystem, Bildungssystem zu Arbeitsmarkt, Arbeitsmarkt zu Rente) – betrachtet und diskutiert.
Das Seminar ist als Blockveranstaltung konzipiert, und wird in lediglich zwei Blöcken abgehalten. Dieses Verfahren bietet die Möglichkeit, vertiefend und unter Rückgriff auf alternativen Lehrmethoden ein Themenfeld zu erarbeiten. Die Teilnehmer der Veranstaltung können darüber hinaus einen der drei zu belegenden Modul 12-Kurse bereits während des Semesters abschließen, und damit die Prüfungslast zum Ende der Vorlesungszeit (und zum Beginn der BA-Arbeits-Zeit) reduzieren.
Ein erstes (Koordinierungs- und Einführungs-)Treffen findet am Freitag, den 13.04.2011 von 10-12h in Raum LK 053 statt. Die beiden inhaltlichen Blöcke sind für den 11./12.Mai und 01./02. Juni (jeweils 10-17h) geplant.
Sackmann, Reinhold (2007): Lebenslaufanalyse und Biografieforschung. Eine Einführung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Naegele, Gerhard (2010): Soziale Lebenslaufpolitik – Grundlagen, Analysen, Konzepte. In: Naegele, Gerhard (Hrsg.): Soziale Lebenslaufpolitik. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 27-86.
Kohli, Martin (2003): Der institutionalisierte Lebenslauf: ein Blick zurück und nach vorn. In: Allmendinger, Jutta (Hrsg.): Entstaatli-chung und Soziale Sicherheit. Verhandlungen des 31. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Leipzig 2002. Teil 1. Opladen: Leske +Budrich, S. 525-545.
Kohli, Martin (1985): Die Institutionalisierung des Lebenslaufs. Historische Befunde und theoretische Argumente. In: Kölner Zeit-schrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 37. Jahrgang 1985, S. 1-29.
Sozialwissenschaften
Die erfolgreiche Teilnahme setzt die regelmäßige Anwesenheit sowie Lektüre der Seminarliteratur voraus. Die in den Modulplänen ausgewiesenen studentischen Referate werden zum überwiegenden Teil durch alternative Aufgaben ersetzt (Exzerpte, Diskussion, Poster).
Universität Duisburg-Essen
SS 2012
Soz B.A., Soziologie (Bachelor of Arts)
Schmitz Jutta