Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Legt ihr's nicht aus so legt was unter Goethe Ambiguität in Literatur und Kultur
Das Phänomen der Mehrdeutigkeit zeichnet insbesondere literarische Texte aus. Für die Textanalyse stellen sich hierdurch Fragen: • Welche Varianten der Mehrdeutigkeit lassen sich unterscheiden und hinreichend genau beschreiben? • Welche Vorgehensweisen bieten sich dem Interpreten, um einerseits die Mehrdeutigkeit als...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenDas Phänomen der Mehrdeutigkeit zeichnet insbesondere literarische Texte aus. Für die Textanalyse stellen sich hierdurch Fragen:
• Welche Varianten der Mehrdeutigkeit lassen sich unterscheiden und hinreichend genau beschreiben?
• Welche Vorgehensweisen bieten sich dem Interpreten, um einerseits die Mehrdeutigkeit als Textphänomen ernst zu nehmen und andererseits den Anspruch auf wissenschaftliche Standards aufrechtzuerhalten?
Im einen Fall gilt es, den Bedeutungshorizont nicht durch die Suche nach der vermeintlich -richtigen Lösung- zu verengen, im anderen, die Entwicklung unterschiedlicher - oder gar sich ausschließender - Lesarten dennoch methodisch angemessen zu begründen. Der Interpret muss also zwischen der Skylla der Bedeutungsnivellierung und der Charybdis der Beliebigkeit möglichst gekonnt hindurchnavigieren.
Für die Seminararbeit bieten sich Texte an, die in inhaltlicher wie strukturell-formaler Hinsicht mehrdeutig sind, wobei Form und Inhalt nur idealtypisch, nur dem Betrachtungsaspekt nach, differenzierbar erscheinen (man denke etwa an die visuelle Poesie, in der sich Form und Inhalt untrennbar amalgamieren).
Das Seminar perspektiviert die Frage der Mehrdeutigkeit in zweifacher Hinsicht, einmal ausgehend von Primärtexten, zum anderen durch Texte der Sekundärliteratur.
Anhand von Textanalysen der Forschungsliteratur untersuchen wir exemplarisch den konkreten, interpretativen Umgang mit Mehrdeutigkeiten. Hierbei erscheint insbesondere die diachrone Betrachtung aufschlussreich, um die Historizität allen Deutens und Interpretierens zu beobachten. In diesem Zusammenhang geht es weiterführend um Phänomene der Ambiguität im kulturellen Kontext.
Für die kompetente Auseinandersetzung mit der Fragestellung des Seminars gilt es, einleitend einige Basisbegriffe der Literaturwissenschaft wie Bedeutung, Text, Werk, Rezeption, Intersubjektivität, Methode, Lesart u.a. mithilfe ausgewählter Handbuchartikel vertiefend zu klären (Bereitstellung im EWS).
Als Unterrichtsmedien nutzen wir das Wiki (EWS), die Lernplattform Moodle sowie MindMaps.
Alle Seminarbeiträge werden in einem PDF-Buch (EWS/Wiki) gesammelt, sie stehen allen TeilnehmerInnen zur Verfügung.
unter anderem:
Kafka: Die Verwandlung (Suhrkamp BasisBibliothek)
Hamann: Sokratische Denkwürdigkeiten (Auszüge)
Goethe: Das Märchen
Institut für deutsche Sprache und Literatur
Technische Universität Dortmund
SoSe 2013
Deutsch LPO2003
Bangert Arno