Uni-München
17. Juli 2017Seminar Liebe 8211 zur Theorie A2
‚Die Liebe‘ hat eine besondere Beziehung zur Theoriebildung. Nicht nur, weil sie, wie Jacques Lacan formuliert, -im Herzen des philosophischen Diskurses ist- (Seminar XX, 44) – was der Name ‚Philo-sophie‘ ja schon ausspricht. Auch auf die ‚neuere‘ Theoriebildung hat dieses...
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Jetzt Lernplan erstellen‚Die Liebe‘ hat eine besondere Beziehung zur Theoriebildung. Nicht nur, weil sie, wie Jacques Lacan formuliert, -im Herzen des philosophischen Diskurses ist- (Seminar XX, 44) – was der Name ‚Philo-sophie‘ ja schon ausspricht. Auch auf die ‚neuere‘ Theoriebildung hat dieses so alltägliche und doch so rätselhafte ‚Phänomen‘ große Anziehungskraft entfaltet: Sie ist von zentraler Bedeutung für die Psychoanalyse Sigmund Freuds und speist sich von dort, auch über Jacques Lacan, in den so einflussreich gewordenen Diskurs der französischen Philosophie des 20. Jahrhunderts (Jacques Derrida, Roland Barthes, Gilles Deleuze) zurück. Hier trifft sie auf andere Philosopheme der Liebe, von Platos Gastmahl über Friedrich Nietzsches Bejahung zur Phänomenologie Martin Heideggers und Emmanuel Levinas. Am Interesse der Soziologie, von Georg Simmels Fragmenten bis zu Niklas Luhmanns Systemtheorie zeigt sich, dass ‚die Liebe‘ immer schon die Untrennbarkeit von Denken und sozialer Wirklichkeit verbürgt und anmahnt.
Wenn wir in diesem Seminar einige ausgewählte, sich um ‚die Liebe‘ rankende Texte lesen wollen, dann sicher nicht, um abschließend zum ‚richtigen‘ Begriff ‚der Liebe‘ zu finden. Vielmehr soll die paradigmatische Frage nach der Liebe uns in die vielfältige Welt der Theoriebildung einführen und uns einen schlaglichtartigen Einblick in das Schreiben von TheoretikerInnen eröffnen, deren Namen insbesondere in der Literaturwissenschaft in aller Munde sind. Statt eines zusammenfassenden Überblicks über Werk und zentrale Thesen versprechen diese an der Frage der Liebe orientierten Einblicke die konkrete Begegnung mit theoretischen Texten zu erproben und einzuüben: Ziel des Seminars ist es, die TeilnehmerInnen für die Lektüre schwer zugänglicher Texte zu rüsten, sie vor allem mit dem Mut anzustecken, sich von solchen Texten faszinieren zu lassen. Die Frage der Liebe stellt hierfür nicht nur ein geeignet vielfältiges Korpus bereit; das Seminar hegt, angeregt von Lacan, auch die Hoffnung, -daß von Liebe zu sprechen an sich ein Genießen ist- (Seminar XX, 91).
ECTS-Punkte:
Hauptfach:
BA: 6 ECTS (Hausarbeit oder Essays bzw. Referat, benotet)
MA 12: 6 ECTS (Essays oder Referat, unbenotet)
Nebenfach:
SLK:3 ECTS (keine Hausarbeit, benotet)
MA NF für Soziologie: 6 ECTS (Essays oder Referat, unbenotet)
Erfolgreich absolvierter Einführungskurs der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft oder Einführungskurs einer anderen Philologie.
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). ODER:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20).
Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
WiSe 1415
Nordistik
Department I Germanistik Komparatistik Nordistik Deutsch als Fremdsprache