Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Düsseldorf
17. Juli 2017

Vertiefungsseminar Evidenz Das Sichtbare und das Unfassbare Die Theorie und Geschichte des Dokumentarfilms und anderen dokumentarischen Medien Evidence the Visible and the Impalpable The Theory and History of Documentary Film and other Media

‚Die Lage wird dadurch so kompliziert, daß weniger denn je eine einfache -Wiedergabe der Realität- etwas über die Realität aussagt. Eine Photographie der Krupp-Werke oder der AEG ergibt beinahe nichts über diese Institute. Die eigentliche Realität ist in die Funktionale...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
‚Die Lage wird dadurch so kompliziert, daß weniger denn je eine einfache -Wiedergabe der Realität- etwas über die Realität aussagt. Eine Photographie der Krupp-Werke oder der AEG ergibt beinahe nichts über diese Institute. Die eigentliche Realität ist in die Funktionale gerutscht. Die Verdinglichung der menschlichen Beziehungen, also etwa die Fabrik, gibt die letzteren nicht mehr heraus. Es ist also tatsächlich -etwas aufzubauen-, etwas -Künstliches-, etwas -Gestelltes-.’ (Bertolt Brecht, Gesammelte Werke, Bd. 18: Schriften zur Literatur und Kunst 1. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1967, S. 161) -Documentary is what we might call a ‚fuzzy concept’” (Bill Nichols, Introduction to Documentary. Bloomington: Indiana University Press, 2001 S. 21) -The spectator is not in need of signposts and inverted commas to understand that documentary is a negotiation between reality on the one hand and image, interpretation, and bias, on the other.- (Stella Bruzzi, New Documentary: A Critical Introduction. London: Routledge, 2000 S. 4) Was lässt sich im bewegten Bild zeigen oder im Filmton hören? Was bleibt hinter der Fassade (etwa des Krupp-Werks) verborgen? Und was macht es für einen Unterschied aus, wenn man audio-visuelles Material als dokumentarisch anstatt als fiktiv rezipiert? In diesem Seminar werden wir uns mit der Geschichte des Dokumentarfilms ab 1895 befassen , um Erzählmodi, rhetorische Mittel und Visualisierungsstrategien zu untersuchen. Außerdem werden die sich verändernden technologischen Bedingungen der Film- und Tonaufnahme reflektiert, die bei der Filmherstellung unter freiem Himmel einen starken Einfluss auf die Ergebnisse nehmen. Mit Filmen von August und Louis Lumières, Esfir Schub, Robert Flaherty, Zacharias Kunuk, Dziga Wertow, Luis Bunuel, Werner Herzog, John Grierson, Basil Wright, Frederic Wiseman, Jean Rouch, Edgar Morin, Abraham Zapruder, Allan King, Andy Warhol, Harun Farocki, Péter Forgács, Alain Resnais, Davey Chou, Rithy Panh, Errol Morris, Michael Klier Vorbereitende Lektüre: Hohenberger, Eva. hrsg. Bilder des Wirklichen. Berlin: Vorwerk 8, 2001. Nichols, Bill. Introduction to Documentary. Bloomington: Indiana University Press, 2001. Renov, Michael. hrsg. Theorizing Documentary. AFI Film Readers, New York: Routledge, 1993. Sobchack, Vivian. hrsg. The Persistence of History. Cinema, Television, and the Modern Event. AFI Film Readers, New York: Routledge, 1996. Bemerkung Termine: Findet 14-tägig Freitags von 10:30 - 14:00 Uhr statt und zwar am 6.11.2015, 20.11.2015, 4.12.2015, 18.12.2015, 15.1.2016, 29.1.2016, 12.2.2016 statt. Sichtungen: Studierende sollten am Anfang des Semesters alle Filme, die im Seminar diskutiert werden, auf eine eigene Festplatte überspielen lassen, um die Filme in der korrekten Fassung (!) zu einer anderen Zeitpunkt zu sichten. Jeder Studiernede im Seminar wird pro Woche einen 1-Seiten Text zum Film einreichen müssen; somit ist eine genau Betrachtung und Auseinandersetzung mit den Filmen obligatorisch. ACHTUNG: Der Termin am 23.10.2015 muss leider ausfallen. Die erste Sitzung findet am 6.11.2015 statt. Weitere Informationen werden per E-mail weitergeleitet werden. Institut für Medien- und Kulturwissenschaft Universität Düsseldorf WiSe 2015/16 Univ.-Prof. Dr. Curtis Robin