Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Literarische Katzendarstellungen und ihre Funktionen ENTFÄLLT
Im alten Ägypten wurden der Katze göttliche Ehren zuteil, im Christentum erscheint sie demgegenüber als Begleittier von Teufel und Hexe, was sich als deutlicher Hinweis darauf verstehen lässt, dass sie nicht nur ein komplexes, sondern auch höchst ambivalentes Symboltier darstellt....
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Jetzt Lernplan erstellenIm alten Ägypten wurden der Katze göttliche Ehren zuteil, im Christentum erscheint sie demgegenüber als Begleittier von Teufel und Hexe, was sich als deutlicher Hinweis darauf verstehen lässt, dass sie nicht nur ein komplexes, sondern auch höchst ambivalentes Symboltier darstellt. Im Metzler Lexikon literarischer Symbole sucht man das Lemma ‚Katze’ – anders als beispielsweise die Lemmata ‚Hund’ oder ‚Kaninchen’ – gleichwohl vergeblich, was umso mehr erstaunt, als Katzen Literatur -verursacht [haben] wie kaum andere Tiere- (Bender/Schwark), wobei sich in jedem Text der Katzenfreund selber spiegele – ‚Portrait des Dichters als junger Kater’. E.T.A. Hoffmanns Kater Murr beispielsweise -unterfängt- sich schon früh, -den Autor zu spielen, ja sogar Verse zu machen-. Raymond Chandler ist sich nicht sicher, ob er selbst oder aber seine Katze seine Bücher geschrieben hat – eine ins Kätzische übersetzte Variation von Rimbauds berühmtem ‚Ich ist ein anderer’. Robert Walser verehrt die Katze als Fee bzw. Muse. Diese Funktion wird traditionellerweise der Frau zugeschrieben, womit neben dem metaliterarischen Aspekt ein weiteres, umfangreiches Kapitel bezeichnet ist, in dem die Katze als Spiegel imaginierter Weiblichkeit erscheint. Dass die Katze – in Verbindung mit Hund bzw. Maus – auch in der operativen Literatur, insbesondere in der politischen Lyrik, eine bedeutende Rolle spielt, wird an Texten von Heine und Georg Weerth gezeigt, ergänzt durch Darstellungen der Katze in der didaktischen Dichtung. Hier gilt das Augenmerk vor allem der Fabel und dem in ihr exemplarisch zu studierenden Verfahren der Anthropomorphisierung. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend auf Texte angewendet, die mit dem Anspruch auftreten, die Katze ‚als solche’ darzustellen bzw. aus ihrer Perspektive zu erzählen.
Bitte suchen Sie in Anthologien, Lesebüchern und ähnlichen Werken nach möglichst unterschiedlichen Katzentexten und bringen Sie mindestens sechs davon in die erste Sitzung mit.
Ein Ordner mit Materialien wird im EWS bereitgestellt.
Deutsch LABG2009 SoPä
Technische Universität Dortmund
WiSe 2013/14
Deutsch LABG2009 HRG
Univ.-Prof. Dr. phil.
Kühn Renate phil