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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Machiavelli

Wohl kaum ein anderer politischer Denker hat so viel Widerspruch hervorgerufen wie der Renaissancephilosoph Niccolò Machiavelli. Noch heute ist die Doktrin einer Politik, die sich über jede Moral hinwegsetzt und der zum Erhalt der Macht alle Mittel heilig sind, mit...

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Wohl kaum ein anderer politischer Denker hat so viel Widerspruch hervorgerufen wie der Renaissancephilosoph Niccolò Machiavelli. Noch heute ist die Doktrin einer Politik, die sich über jede Moral hinwegsetzt und der zum Erhalt der Macht alle Mittel heilig sind, mit seinem Namen verbunden. Als Grundlage dieses so genannten Machiavellismus wird im Allgemeinen Machiavellis Schrift Der Fürst angesehen. In diesem Seminar wird durch die textnahe Analyse des Fürsten und des zeitgleich entstandenen polittheoretischen Hauptwerks Machiavellis, den Discorsi, untersucht, inwiefern Machiavelli wirklich als ein Lehrer des Bösen (Leo Strauss) bezeichnet werden kann. Dabei gilt es das enge Geflecht aus Geschichtsphilosophie und römischen Mythen, Ethik und Realpolitik aufzulösen, das es dem heutigen Leser oft erschwert, eine einheitliche Position Machiavellis auszumachen. Zentrale Systematisierungsansätze aus der Sekundärliteratur werden ebenfalls hinzugezogen, um schließlich die Frage zu klären: Ist Machiavelli überhaupt ein Machiavellist? Textgrundlage Zur Anschaffung sind die folgenden Ausgaben (und nur die) der beiden im Seminar behandelten Texte empfohlen: Niccolò Machiavelli, Il Principe/Der Fürst, Italienisch/Deutsch, übers. v. Philipp Rippel, Stuttgart: Reclam 2003. Niccolò Machiavelli, Discorsi. Gedanken über Politik und Staatsführung, übers. v. Rudolf Zorn, Stuttgart: Kröner 32007. Zur Vorbereitung empfohlen Zur Vorbereitung wird die Einführung von Quentin Skinner empfohlen, die in deutscher Übersetzung bei Junius vorliegt: Quentin Skinner, Machiavelli zur Einführung, Hamburg: Junius 32001. Das englische Original ist bei Oxford University Press erschienen: Quentin Skinner, Machiavelli. A very short introduction, Oxford: OUP 2000 FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel WiSe 2015/16 Philosophie Dr. Schnitker Jens