Uni-Kassel
14. März 2017Seminar männlich und weiblich schuf er sie Gen 1,27 Gendersensible Lektüre der Tora
Bereits in den ersten beiden Kapiteln der Genesis werden die Menschen in zwei Geschlechtern entworfen, schon die Schöpfungserzählung der Urgeschichte verhandelt – durchaus konfliktiv – das Verhältnis von Männern und Frauen. Die Tora zeichnet in fundamentalen Menschheitserzählungen und in ihren...
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Jetzt Lernplan erstellenBereits in den ersten beiden Kapiteln der Genesis werden die Menschen in zwei Geschlechtern entworfen, schon die Schöpfungserzählung der Urgeschichte verhandelt – durchaus konfliktiv – das Verhältnis von Männern und Frauen. Die Tora zeichnet in fundamentalen Menschheitserzählungen und in ihren für das Volk Israel prägenden Rechtstexten Beziehungen von Männern und Frauen, von Männern und Männern und – seltener – von Frauen und Frauen. Liebe und Sexualität, Heirat und die Geburt von Kindern, Geschwisterbeziehungen und Vater-Sohn-Verhältnisse kommen dabei zur Sprache, auch die existenziellen Schattenseiten wie Unfruchtbarkeit, (sexuelle) Gewalt, Geschwisterkonflikte und Dominanz.
In den erzählerischen und in den regulativen Entwürfen wird Geschlecht, wird Männlichkeit und Weiblichkeit nicht einfach abgebildet, sondern auch konstruiert. Wie haben sich Männer und Frauen zu verhalten, wo liegen die Grenzen zwischen den Geschlechtern, welche Räume sind Männern, welche Frauen zugänglich, wie werden männliche, wie weibliche Körper als solche markiert? Und auch: Wie sieht es mit der Geschlechtlichkeit Gottes aus, wenn Mann und Frau als sein/ihr Ebenbild geschaffen sind (Gen 1,26-28)?
Im Gespräch mit den biblischen Texten und ihren AuslegerInnen soll der eigene Blick für eine geschlechtersensible Wahrnehmung von Menschen und eine geschlechtergerechte Rede vom Göttlichen geschärft werden. Dass dabei immer wieder auch die eigenen Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit zur Sprache kommen und dass die historische Distanz zwischen unserer Welt und der Welt der biblischen Texte zu reflektieren bleibt, ist selbstverständlich.
Dieses Seminar ist besonders geeignet für Studierende mit Grundkenntnissen des biblischen Hebräisch (z.B. Kurs: Hebräisch – von rechts nach links gedacht).
Literatur zur Einführung:
• Eisen, Ute E.; Gerber, Christine; Standhartinger, Angela: Doing Gender - Doing Religion. Zur Frage nach der Intersektionalität in den Bibelwissenschaften. Eine Einleitung. (De)konstruktion und Applikation. In: Dies. (Hg.): Doing Gender - Doing Religion. Fallstudien zur Intersektionalität im frühen Judentum, Christentum und Islam (WUNT 302), Tübingen 2013, S. 1–33.
• Fischer, Irmtraud; Navarro Puerto, Mercedes; Taschl-Erber, Andrea (Hg.): Hebräische Bibel - Altes Testament. Tora (Die Bibel und die Frauen. Eine exegetisch-kulturgeschichtliche Enzyklopädie 1.1) , Stuttgart 2010.
• Qualbrink, Andrea; Pithan, Annebelle; Wischer, Mariele (Hg.): Geschlechter bilden. Perspektiven für einen genderbewussten Religionsunterricht, Gütersloh 2011.
Bemerkung
Katholische Theologie
• MPO 2006/2007: L3/M34, L3/M35; L4/M44, L4/M45
• MPO 2011: M6
• MPO 2013: M6
Evangelische Theologie
• M3.04, M3.07; M4.04, M4.07
FB 02 Institut für Katholische Theologie
Uni Kassel
SoSe 2014
Kat. Religion NF
Kat.Religion
Prof. Dr.
Müllner Ilse