Uni-Essen
14. März 2017Seminar 8222 Zur Bedeutung der Kultur in der deutschen Außenpolitik und in internationalen Beziehungen 8220
Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Bedeutung der Kultur im Kontext internationaler Beziehungen erkannt, weshalb es zur Einrichtung Archäologischer (ab 1829) und Historischer Institute (ab 1888, seit 2012 Max-Weber-Stiftung) als Bestandteil einer deutschen Auswärtigen Kulturpolitik kam. Als ein drittes Standbein...
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Jetzt Lernplan erstellenBereits im 19. Jahrhundert wurde die Bedeutung der Kultur im Kontext internationaler Beziehungen erkannt, weshalb es zur Einrichtung Archäologischer (ab 1829) und Historischer Institute (ab 1888, seit 2012 Max-Weber-Stiftung) als Bestandteil einer deutschen Auswärtigen Kulturpolitik kam. Als ein drittes Standbein kamen die Förderung der deutschen Sprache und Kultur im Ausland durch die Einrichtung des Instituts für Auslandsbeziehungen (ab 1917) sowie der Deutschen Akademie (1925) und in deren Fortführung der Goethe-Institute (ab 1951) hinzu. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts trat als ein viertes Aufgabenfeld die Förderung des interkulturellen Austausches (-intercultural communication-) im Rahmen der Entwicklungspolitik hinzu. Ursächlich war ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel (z.B. Gründung von Misereor 1962) und die Studenten- und Friedensbewegung, die den Nord-Süd-Konflikt in den Focus deutscher Außenpolitik rückte; -Dritte-Welt-Gruppen- und Organisationen entstanden, die in einem Interesse für außereuropäische Kulturen und entwicklungspolitischen Themen wurzelten. Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts rückte in den neunziger Jahren aufgrund einer Zunahme der Globalisierung internationaler Beziehungen das Verständnis für andere Kulturen etwa im Zusammenhang mit Auslandseinsätzen der Bundeswehr verstärkt in den politischen Vordergrund.
Das Seminar setzt sich mit der Rolle der Kultur in der deutschen Außenpolitik und in internationalen Beziehungen von seinen Anfängen bis in die Gegenwart auseinander. Dabei ist die Auswärtige Kulturpolitik als ein Bestandteil internationaler Menschenrechtsbemühungen anzusehen, zu denen Einzelthemen wie etwa die UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten und die Frage der Religionsfreiheit gehören.
Esch, Arnold: Die Lage der wissenschaftlichen Institute nach dem Ersten Weltkrieg und die Kontroverse über ihre Organisatio. Paul Kehrs -Römische Mission- 1919/20, in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken, Band 72, 1992, S. 314-373
Esch, Arnold: Die Gründung deutscher Institute in Italien 1870-1914. Ansätze zu einer Institutionalisierung geisteswissenschaftlicher Forschung im Ausland, in: Jahrbuch der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, 1997, S. 159-188
Holtz, Uwe: Die Rolle der Entwicklungspolitik im interkulturellen Dialog, in: Ihne, Hartmut; Wilhelm, Jürgen (Hg): Einführung in die Entwicklungspolitik. Hamburg, 2006, S. 354-364
Hosseini, Bettina: Die auswärtige Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland gegenüber den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens von 1949-1963. Göttingen 1996
Junker, Klaus: Das Archäologische Institut des Deutschen Reiches zwischen Forschung und Politik: die Jahre 1929 bis 1945. Mainz 1997
Rauch, Andreas Martin: Reunited Germany’s Foreign Policy on Human Rights, in: German Foreign Affairs Review, 1/98, Vol. 49, p. 58-66
Rodenwaldt, Gerhart: Archäologisches Institut des Deutschen Reiches 1829-1929. Berlin 1929
Schreiner, Patrick: Außenkulturpolitik. Internationale Beziehungen und kultureller Austausch. Bielefeld 2011
Yousefi, Hawid Reza; Braun, Inga: Interkulturalität. Eine interdisziplinäre Erfahrung. Darmstadt 2011
Sozialwissenschaften
Universität Duisburg-Essen
WS 2013/14
Powi B.A., Politikwissenschaft (Bachelor of Arts)
Dr.
Rauch Andreas