Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Marcel Broodthaers
In diesem Jahr feiert die Kassler documenta ihren sechzigjährigen Geburtstag. Aus diesem Anlass ehrt das Museum Fridericianum Marcel Broodthaers mit einer Ausstellung (Eröffnung Mitte Juli 2015) seiner Filme, Videos, Fotografien, Diaprojektionen, Gemälde, Installationen, Skulpturen und Künstlerbücher. Broodthaers, der zunächst als...
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Jetzt Lernplan erstellenIn diesem Jahr feiert die Kassler documenta ihren sechzigjährigen Geburtstag. Aus diesem Anlass ehrt das Museum Fridericianum Marcel Broodthaers mit einer Ausstellung (Eröffnung Mitte Juli 2015) seiner Filme, Videos, Fotografien, Diaprojektionen, Gemälde, Installationen, Skulpturen und Künstlerbücher. Broodthaers, der zunächst als Dichter und Journalist gearbeitet hatte, begann in den 60er Jahren mit ersten künstlerischen Arbeiten und gehörte in den siebziger Jahren zu den international renomierten Künstlern seiner Zeit.
Broodthaers, der zeitweise in Düsseldorf und in Berlin lebte, war in vier documenta-Ausstellungen vertreten (documenta 5, 1972; posthum documenta 6,1977, documenta 7, 1982, documenta 10,1997). Gleich zweimal war sein fiktives Museum für moderne Kunst ( Musée d’Art Moderne, Départment des Aigles ) zu sehen. Die Installation wurde zunächst im Rahmen der documenta 5, geleitet von Harald Szeeman, und erneut auch als Homage an Szeemans legendäre Ausstellung, als ein Schlüsselwerk der documenta 10, kuratiert von Catherine David zu sehen.
Das Seminar wird sich zunächst mit Werken Broodthaers aus allen Bereichen (Film, Diaprojektionen, Installationen, Gemälde, Skulpturen) beschäftigen. Interessant ist außerdem das theoretische Nachleben seines Werks in der Kunst- und Kulturtheorie in der 80er und 90er Jahre bis heute, zunächst vor allem mit Blick auf die Beziehung zwischen den historischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts und den Neoavantgarden der Nachkriegszeit. So spricht Benjamin Buchloh im Zusammenhang von Arbeiten Broodthaers von - Allegories oft he Avant-Garde - während Rosalind Krauss am Beispiel seiner Kunst den Begriff des - Postmedialen- entwickelt.
Einige der letzten Sitzungen des Seminars werden im Museum Fridericianum im Kontext der Ausstellung stattfinden und Gelegenheit zu Gesprächen mit Susanne Pfeffer, der Kuratorin der Ausstellung und künstlerischen Leiterin des Museum Fridericianum bieten.
Literatur:
- Buchloh, Benjamin (Hrsg.), Broodthaers – Writings, Interviews, Photographs, Special Issue of OCTOBER 42, Fall 1987.
- Ders., Allegories oft he Avant-Garde, in Artforum , Bd. XVII (Mai 1980), S. 57.
- Dickhoff, Wilfried (Hrsg.), Marcel Broodthaers, Interviews und Dialoge 1946-1976, Köln 1994.
- König, Susanne, Marcel Broodthaers Musée D’Art Moderne, Départment des Aigles , Berlin 2012.
- Krauss, Rosalind, -A voyage on the North Sea-. Broodthaers, Das Postmediale, Zürich/Berlin 2008.
-Eric de Bruyn, Das Museum der Attraktionen: Marcel Broodthaers und die -Section Cinéma-, in Gregor Stemmrich (Hrsg.) Kunst, Kino , (Jahresring 48, Jahrbuch für Moderne Kunst), 2001, S. 57-68.
Zwirner, Dorothea, Marcel Broodthaers – die Bilder, die Worte, die Dinge, Köln 1997.
Kataloge:
- Marcel Broodthaers Cinéma : Kunsthalle Düsseldorf u. a.O. (27. September-16. November 1997), Jürgen Harten (Hrsg.) 1997.
- Marcel Broodthaers. Poe(l)itique , Kunsthalle Wien 2003, Sabine Folie, Gabriele Mackert (Hrsg.).
- Von Realer Gegenwart. Marcel Broodthaers heute, Kunsthalle Düsseldorf 2010. (Mit Texte von Eric de Bruyn u.a.)
Bemerkung
BA 1.0: 1 b1,1 b2, IV b, IV c, V b, V c, VIII b
BA 2.0:IV b, IV c, VI a, VIIb
MA: I 2, II 1, IV 2, V 2,
Kunsthochschule Kassel
Uni Kassel
SoSe 2015
Dr.
Märtens Susanne