Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Merleau Pontys Phänomenologie der Wahrnehmung

Maurice Merleau-Ponty hat in der Phänomenologie mit seinem Hauptwerk Phänomenologie der Wahrnehmung einen dritten Weg jenseits der Husserl

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Maurice Merleau-Ponty hat in der Phänomenologie mit seinem Hauptwerk Phänomenologie der Wahrnehmung einen dritten Weg jenseits der Husserl'schen Konstitutionsanalyse und der Heidegger'schen Existenzialanalyse geprägt. Dieses Denken nimmt seinen Ausgangspunkt von einem Denken der Leiblichkeit und der Wahrnehmung: Im verleiblichten Zur-Welt-Sein (être-au-monde), das jeder Subjekt-Objekt-Differenz vorhergeht, findet Merleau-Ponty ein sich generierendes Feld von Sinn. Dieses Sinnfeld verweist nicht mehr (nur) auf eine sinngebende Instanz, die Intentionalität des Bewusstseins, zurück, sondern ist ein fungierendes Geschehen, ein Feld, das in Form einer sich differenzierenden Gestalt beschreibbar wird. Insofern wendet Merleau-Ponty das zentrale Thema der Phänomenologie, die Überwindung der Subjekt-Objekt-Spaltung in der Sichtbarmachung eines Vollzugsgeschehens, in radikaler Weise an: auf das Feld der Leiblichkeit, der Wahrnehmung und des Zwischen.  Dieser Ausgangspunkt bringt ihn gleichzeitig in einen intensiven Dialog mit anderen Wissenschaften und Denkrichtungen: Die Gestalttheorie, der Strukturalismus (v. a. Saussure) und die Psychologie sind entscheidende Gesprächspartner für seine Theoriebildung, ebenso die Psychoanalyse, Ethnologie, und Soziologie. Im Seminar lesen wir ausgewählte Passagen, um so einen Überblick über die reichhaltigen Themen der Phänomenologie der Wahrnehmung zu bekommen.     METHODEN   Im Seminar sollen einführender Vortrag, Referate der Studierenden, Diskussion im Plenum und in Gruppen sowie intensive Textlektüre einander ergänzen. Durch vorbereitende Lektürereflexionen soll eine optimale Diskussionsbasis  geschaffen werden. e-learning: Es ist vorgesehen, zusätzlich mit einer Lernplattform zu arbeiten, wo die Lektürereflexionen eingereicht und für alle sichtbar/abrufbar werden sollen. Auch die ausgewählten Textpassagen werden dort abrufbar sein.   LITERATUR   Merleau-Ponty, Maurice: Phänomenologie der Wahrnehmung. Berlin: de Gruyter, 1966. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel WiSe 2016/17 Philosophie HF Dr. Loidolt Sophie