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Uni-Kassel
14. März 2017

Blockseminar Max Ernst 1891-1976 ein Magier des Unbewussten eventuell mit Exkursion nach Brühl Rheinland

Max Ernst gilt als ein ebenso bedeutender wie geheimnisvoller Maler. Bei Köln geboren, doch nach langen Jahren, in denen er in Frankreich, dann in Arizona/USA wohnte, muss man ihn wohl am ehesten als einen Kosmopolit bezeichnen – auch wenn diese...

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Max Ernst gilt als ein ebenso bedeutender wie geheimnisvoller Maler. Bei Köln geboren, doch nach langen Jahren, in denen er in Frankreich, dann in Arizona/USA wohnte, muss man ihn wohl am ehesten als einen Kosmopolit bezeichnen – auch wenn diese Ortswechsel nicht immer freiwillig geschahen: Internierungen in Frankreich als feindlicher Ausländer während des Dritten Reiches, die anschliessende Emigration in die USA sollten nicht nur seine vita, sondern auch seine Werke entscheidend beeinflussen. Betrachtet man seine Werke im Überblick, so fällt auf, dass ihre Vielfältigkeit kaum Grenzen kennt: Fresken wie etwa die im Haus Paul Eluards oder die der Nymphe Ancolia, -normal” gemalte Bilder oder solche mit der dripping Technik gemischte, finden sich neben Collagen oder auch Pseudocollagen, Illustrationen, Graphiken, mythischen Bilderzählungen wie die vom -Loplop”, seinem -alter ego” oder der der hundertkopflosen Frau, von Frottagen wie der Histoire naturelle etc. -Um Urlaub von seinen Bildern” (im weitesten Sinn) zu nehmen - so der Künstler selbst -, schuf er Skulpturen aller Art und mit unterschiedlichsten Materialien, auch und gerne mit Abfall. Erwähnenswert schliesslich seine Arbeiten mit dem avantgardistischen Film. Dada, Kontakte und Brüche mit den Surrealisten beeinflussten sein Frühwerk. Er wurde verfemt durch die Kunstpolitik des NS, lebte später in Arizona eher wie ein Einsiedler. Sein Ruhm liess dabei auf sich warten: Erst 1954 erhielt er den renommierten -Grossen Preis für Malerei” der venezianischen Biennale, darüber hinaus wurden Bilder wie der -Grosse Wald” zu Objekten für z.T. (so Spiess) geniale Fälscher. 2005 schliesslich wurde in seiner Geburtsstadt Brühl ein Max-Ernst Museum für den -Magier des Unbewussten” errichtet. Das Seminar setzt sich zum Ziel zum einen stellvertretend an einer quasi mythischen Figur die für die Moderne kaum noch haltbare These vom Spätwerk als Krönung einer Künstlervita sowie die unabdingbare internationale Verflechtung kreativen Schaffens zu untersuchen: Schritt für Schritt soll seine Laufbahn verfolgt werden und so – quasi nebenbei – eine Analyse der wichtigsten Zentren bei der Genese zeitgenoessischer Kunst erarbeitet werden. Stichworte werden die einschlägigen Kunstrichtungen, aber auch der Umgang mit der entstehenden Psychoanalyse, die Rückwirkung der Zeitgeschichte wie der Literatur beim Versuch sein, sich aus den Fesseln einer nicht mehr interessanten -alten” Kunst zu befreien, oder, besser, sie durch neue, unerwartete Interpretationen wieder aktuell werden zu lassen. Bei Interesse besteht die Möglichkeit einer Exkursion nach Brühl, Rheinland in das Max Ernst Museum und in das benachbarte Köln Kunsthochschule Kassel Uni Kassel SoSe 2012 Privatdozentin Dr. Huber Gabriele Privatdozentin