Uni-Essen
14. März 2017Seminar Modalitäten des Politischen Die Demokratie als Spektakel des politischen Tieres
Seit der Antike schreibt sich eine Dualität in das Politische ein: auf der einen Seite der Mensch als jenes Tier, welches mit sich selbst und anderen kommuniziert (i.e. zoon logon echon); gleichzeitig auf der anderen Seite der Mensch als das...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenSeit der Antike schreibt sich eine Dualität in das Politische ein: auf der einen Seite der Mensch als jenes Tier, welches mit sich selbst und anderen kommuniziert (i.e. zoon logon echon); gleichzeitig auf der anderen Seite der Mensch als das Tier, welches nach selbstgegebenen Modalitäten notwendig in einem Gemeinwesen lebt (i.e. physei politikon zoon). Seitdem gilt, dass ohne wohldurchdachte anthropologische Prämissen über den Menschen das Politische und mithin -Demokratie als Institut der Politik- nicht begriffen werden kann Es bedarf auch und gerade in der Moderne einer Aktualisierung der Antworten zum -Weltbegriffe- der politischen Philosophie des Immanuel Kant, von ihm in den Schriften zur Metaphysik und Logik (Band III, p 448) trefflich in die Fragen überführt: -Was kann ich wissen?, Was soll ich thun? Was darf ich hoffen? -und, kulminierend in der Frage: Was ist der Mensch?
Im Fokus des Seminars stehen diejenigen politik-theoretischen Ansätze, welche mittels eines kategorischen Rekurs auf Attribute des Menschseins (oder der expliziten Negation desselben), allgemeine politische Phänomene, Machtmanifestationen, Dynamiken und Institutionen zu legitimieren versuchen. Hierbei handelt es sich um Begründungskonstrukte, in denen von anthropologischen Universalien auf politische und kollektive Normen und deren politik-theoretischen Implikationen geschlossen wird. Diesen -Legitimations-Anspruch-, qua Verweis auf universalistische Fundierung in der -menschlichen Natur- gilt es, unter spezifischer Berücksichtigung des Elementes der -Demokratie-, kritisch zu diskutieren. Als Quellentexte dienen themenspezifische Exzerpte aus den Schriften von Aristoteles, J-J. Rousseau, Immanuel Kant, Karl Marx, Sigmund Freud, Max Scheler, Arnold Gehlen, Helmuth Plessner und Theodor W. Adorno/Max Horkheimer, aber auch Michel Foucault und Giorgio Agamben.
Basisliteratur:
Agamben, Giorgio, 2002; Homo Sacer, Frankfurt: ed. suhrkamp
Brodocz, Andre & Schaal, Gary S. 2009; Politische Theorien der Gegenwart I +II: UTB Opladen
Debord, Guy, 1967: Die Gesellschaft des Spektakels, Berlin - Edition Tiamant
Foucault, Michel, 2005; Analytik der Macht, Frankfurt: ed suhrkamp
Höffe, Otfried (Hg), 1992; Der Mensch – ein politisches Tier?, Stuttgart reclam
Kant, Immanuel, 1985; Schriften zur Geschichtsphilosophie, Stuttgart reclam
Plessner, Helmuth, 1992; Macht und menschliche Natur, GS V, Frankfurt stw
Gesellschaftswissenschaften
Universität Duisburg-Essen
WiSe 2016/17
LA Ba HRGe, Bachelor-Studiengang mit Lehramtsoption Haupt-, Real-, Gesamtschule
Dipl.-Soz.-Wiss.
Bauszus Detlef David Soz Wiss