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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Philosophie als Weg der Erkenntnis und Selbsterkenntnis Platon Augustinus Meister Eckhart Bonaventura

Seit der Antike steht das Bild des Weges als Sinnbild für das Denken und Handeln des Menschen. Die Sprechweise vom „Scheideweg“, „Weg der Tugend“, „Heilsweg“ oder „Holzweg“ durchzieht die philosophische Literatur bis in die Gegenwart, um die Suche des Menschen...

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Seit der Antike steht das Bild des Weges als Sinnbild für das Denken und Handeln des Menschen. Die Sprechweise vom „Scheideweg“, „Weg der Tugend“, „Heilsweg“ oder „Holzweg“ durchzieht die philosophische Literatur bis in die Gegenwart, um die Suche des Menschen nach einem sinnvollen Leben zu illustrieren. Im platonischen Denken verdichten sich verschiedene Aspekte des Wegs zu einer eigenen Synthese, welche die Philosophiegeschichte nachhaltig prägt. So meint „Weg“ zum einen den methodischen Weg der Erkenntnis, durch den das wahre Wissen vom scheinbaren Wissen getrennt wird. Die Erkenntnis ist somit das Ergebnis einer zielorientierten Vorgehensweise, die sich grundlegend von jedem ziellosem Umherirren unterscheidet. Zum anderen aber bezieht sich das Bild des Weges auch auf die Ausrichtung der philosophischen Existenz als solcher. So ist der philosophische Mensch aufgefordert, aus der Finsternis zum Licht aufzusteigen, um auf diese Weise die Idee des Guten als die „Ursache alles Richtigen und Schönen“ zu schauen. Im Horizont der Tradition des christlichen Platonismus wird dieser Ansatz vielfach aufgegriffen und modifiziert. So versinnbildlicht der Weg für Augustinus die Frage nach der Selbsterkenntnis, insofern Gott in der eigenen Seele als der innerste Daseinsgrund der menschlichen Existenz verstanden wird. Meister Eckhart verbindet das philosophische Gedankengut der Tradition mit dem mystischen Streben nach der Vereinigung mit Gott. Für Bonaventura schließlich erfüllt sich die menschliche Sehnsucht in einem Aufstieg des Herzens, in dem der Mensch durch die Kraft Gottes zur Glückseligkeit gezogen wird. Das Ziel des Seminars ist es, anhand einschlägiger Texte die Bedeutung des Bildes des Weges für die Philosophiegeschichte zu erschließen und nachzuvollziehen. Die Anleitung zum Lesen philosophischer Texte und die Übung mündlicher sowie schriftlicher Darstellung bilden einen Schwerpunkt des Seminars und werden in eigenen Lernschritten behandelt. Literaturhinweise: Platon, Politeia (Der Staat), in der Übersetzung von F. Schleichermacher, sämtliche Werke Bd. 3, Hamburg 1958, Buch VI und VII. Augustinus, Die wahre Religion, übertragen von C. J. Perl, 1957. Ders., Confessiones – Bekenntnisse, lat.-dt., eingel., übers. und erläutert von J. Bernhart, München 1966, Buch III und IV. Meister Eckhart, Das Buch der göttlichen Tröstung. Vom edlen Menschen, mittelhochdeutsch und neuhochdeutsch, übers. und mit einem Nachw. von K. Flasch, München 2007. Bonaventura, Itinerarium mentis in Deum – Pilgerbuch der Seele zu Gott, lat.-dt., eingel., übers. und erläutert von J. Kaup, München 1961. Weitere Literaturangaben werden in der Vorbesprechung bekannt gegeben. Termine: Sa. 17.5. von 9-17 Uhr So. 18.5. von 9-17 Uhr Sa. 21.6. von 9-17 Uhr So. 22.6. von 9-17 Uhr Raum 1108, Nora-Platiel-Str. 5 FB 01 Institut für Philosophie Uni Kassel SS 2008 Philosophie HF Dr. Bönker Vallon Angelika