Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Montesquieu Vom Geist der Gesetze
Charles-Louis de Secondat, Baron de la Brède y de Montesquieu, (1689-1755) war einer der einflussreichsten Denker und französischer Aufklärer. Er war Schriftsteller und einer der großen Staatstheoretiker, der Begründer des modernen politischen Denkens. Montesquieu leistete einen bedeutenden Beitrag zur Geschichtsphilosophie...
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Jetzt Lernplan erstellenCharles-Louis de Secondat, Baron de la Brède y de Montesquieu, (1689-1755) war einer der einflussreichsten Denker und französischer Aufklärer. Er war Schriftsteller und einer der großen Staatstheoretiker, der Begründer des modernen politischen Denkens. Montesquieu leistete einen bedeutenden Beitrag zur Geschichtsphilosophie Europas und deren politischen Ideen, er gilt auch als einer der Vorläufer des Liberalismus.
In seinen Werken finden wir Ideen von Descartes, wie die 'mathesis universalis', von Newton, Locke, Malebranche, Spinoza, Leibniz, Vico, u.a., welche sein Denken prägten. Auf der anderen Seite haben Montesquieus staatsphilosophiesche Vorstellungen und sein System der Gewaltenteilung die meisten Verfassungen der modernen Staates von heute beeinflusst und seine Konzeption der Freiheit ist für den Liberalismus des XIX Jh. grundlegend.
Unter den Themen, die er analysierte sind die Philosophie, die Natur, die Religion, die Geschichte, die Moral, die Gesetze, die Sitten, das Klima, das Verhalten des Menschen und die Politik. Montesquieu prägt den Begriff vom 'esprit géneral' eines Volkes, der im Laufe der Geschichte sich aufzeigt. Voraussetzungen wie die Religion, die Geschichte und Traditionen jedes Volkes, aber auch natürliche Gegebenheiten wie das Klima, konstituieren diesen Geist eines Volkes. Montesquieu postulierte ein politisches System in dem 'Die Macht die Macht zügeln' soll.
Montesquieus staatsphilosophische Schrift, 'Vom Geist der Gesetze', die 1748, veröffentlicht wurde, gilt als sein wichtigstes Hauptwerk, das er in der Zeit des Absolutismus in Europa verfasst hat. In diesem Werk begründet er seine Theorie der Gewaltenteilung. Er war ein Kritiker des Absolutismus.
Im Seminar sollen die Thesen und Theorien von Montesquieu untersucht und herausgearbeitet werden, um deren Wandelungen über die Jahrhunderte nachvollziehen zu können. Folgende Fragen werden uns dabei leiten:
Was versteht Montesquieu unter 'esprit géneral', Wie kann man eine Gesellschaft vor dem Verfall bewahren?, Was versteht Montesquieu unter Macht? Kann man die Macht auf mehrere Institutionen verteilen?, Wie verhält sich das Staatswesen unter verschiedenen Formen der Gewaltenteilung?, Was bedeutet Freiheit bzw. politische Freiheit bei Montesquieu und wie argumentierte er für diese?, Welche Konzeption der Gesetze und des Gesellschaftsvertrags vertritt der französische Philosoph?, Warum ist die Suche nach der bürgerlichen Tugend für Montesquieu wichtig?, Kann man die Notwendigkeit zur Gewaltenteilung begründen?, Welche Voraussetzungen verlangt sein Konzept der Gewaltenteilung? Welche Beziehungen bestehen zwischen der Geschichte der Länder und deren Wechselbeziehungen, ihren Ideen und ihrem politischen Wandel?
Wir werden diese Fragen auch in Bezug zu den Problemen unserer Zeit betrachten.
Anforderung für den Scheinerwerb. Voraussetzung für die Scheinvergabe ist die Übernahme bzw. Ausarbeitung eines Referats (15-20 Minuten) und regelmäßige Teilnahme am Seminar und an den Diskussionen.
Literatur
Montesquieu: Vom Geist der Gesetze, hrsg. von Ernst Forsthoff, Tübingen 1992.
Zusätzliche Literatur wird zum Seminarbeginn bekanntgegeben.
FB 02 Institut für Philosophie
Uni Kassel
WiSe 2016/17
Philosophie NF
Dr.
Montes de Sommer Marlene