Uni-München
14. März 2017Seminar Mythos und Literatur
Dies Veranstaltung ist ein Versuch, das Phänomen des Mythos, verstanden als Weltbild und Wertesys­tem, durch seine ästhetischen Transformationen in der Literatur zu betrachten. Dabei soll seine generie­rende Funktion als Sinngebung unterschiedlicher Art erkannt werden. Aus dem umfangreichen Feld von Adaptionen...
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Jetzt Lernplan erstellenDies Veranstaltung ist ein Versuch, das Phänomen des Mythos, verstanden als Weltbild und Wertesystem, durch seine ästhetischen Transformationen in der Literatur zu betrachten. Dabei soll seine generierende Funktion als Sinngebung unterschiedlicher Art erkannt werden. Aus dem umfangreichen Feld von Adaptionen werden vor allem Bearbeitungen der Mythoparadigmen in Text, Bild und Spiel berücksichtigt. In der Veranstaltung soll daher der Mythos als Stoff, aber auch als Kunstwerk und Modell für neue Objektivationen ins Visier genommen werden.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei die Kunstmythen der Moderne bzw. die mythopoetischen Sujets, die sie hervorrufen. Aufgrund dessen wird die Veranstaltung über die großen Mythoskomplexe des Dionysos und Apollo (V. Ivanov, I. Andric) unterrichten. Eine andere Arbeitsrichtung soll ebenso die Mythenanwendung in der Psychoanalyse verfolgen, wobei es die spezifische Imagination durch das Schaffen archetypischer Sujets zu verdeutlichen gilt (K. Dalski, S. Wyspianski). Signifikante Schwerpunkte stellt darüber hinaus die Apperzeption von Mythosfiguren wie Narziss, Amor und Psyche, Orpheus, Ikarus und Dädalus in der russischen und bulgarischen Moderne. Die Neugestaltung des Nietzscheanischen Künstlermythos bei V. Brjusov, M. Krlea oder S. Przybyszewski darf in diesem Kontext nicht ausgespart bleiben. Die Fokussierung auf den Mythos Maschine in der avantgarden Literatur
soll folgerichtig als Übergang zu progressiven zyklischen Reflexionen im Sinne Aufwertung der Mythologeme wie Apokalypse, Atlantis oder der Ewigen Wiederkehr (S. Minkov, K. apek, B. Pekic) verstanden und erfahren werden.
Zielsetzung des Seminars ist die Idee, dass die kulturelle Adaption von mythologischen Paradigmen und die damit verknüpfte mythopoetische Produktion eine Vielfalt von Interrelationen zwischen analogen Literaturperioden unterschiedlicher Provenienz ermöglichen.
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
B.A. Slavistik:
Hausarbeit (ca. 30.000 Zeichen)
mit Benotung
Master Slavistik:
Thesenpapier (ca. 6000 Zeichen) und Hausarbeit (ca. 30000 Zeichen)
mit Benotung
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). ODER
Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20).
Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
WiSe 1415
PD Dr.
Kazakova Svetlana