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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Nationale und transnationale europäische und internationale Geschichte

Europäische Geschichte hat in den letzen Jahrzehnten einen erheblichen Aufschwung erfahren und sich nach Inhalten wie Methoden breit aufgefächert. Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und mit vielfältigsten Instrumentarien werden nunmehr verschiedene Aspekte der Europäischen Geschichte in den Blick genommen. Neben das traditionelle,...

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Europäische Geschichte hat in den letzen Jahrzehnten einen erheblichen Aufschwung erfahren und sich nach Inhalten wie Methoden breit aufgefächert. Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und mit vielfältigsten Instrumentarien werden nunmehr verschiedene Aspekte der Europäischen Geschichte in den Blick genommen. Neben das traditionelle, freilich längst nicht mehr rein politisch und wirtschaftlich dimensionierte Arbeitsfeld der Europäischen Integrationsgeschichte sind Fragen einer europäischen Gesellschafts- und Kulturgeschichte getreten und in beziehungs-, vergleichs-, transfer- und perzeptionshistorischer Perspektive untersucht worden. Gesellschaftsvergleiche und Kulturtransfers haben sich als fruchtbar erwiesen, zuletzt auch - und dies fernab früherer Kontroversen zwischen Vergleichs- und Transfer--Anhängern- - Versuche, beides in einer Verflechtungsgeschichte zu verknüfen. Auch eine Europäisierungsgeschichte hat an Gewicht gewonnen, damit Fragen, was denn zu einer Europäisierung Europas beitrug und -trägt. Etwa eine europäische Erinnerungskultur als spezifisches Verarbeiten verschiedener Gewaltherrschaftserfahrungen? Oder außereuropäische, z.B. transatlantische Einflüsse auf Europa sowie grundsätzlich europäisch- / außereuropäische Spannungsverhältnisse und Wechselwirkungen? Oder auch die gesellschaftsprägende Präsenz von Migrations- und Kolonialkulturen in europäischen Ländern? Ergänzend zur Vorlesung -Konzepte europäischer Geschichte- bietet das Lektüreseminar den Studierenden die Möglichkeit, anhand debattenprägender sachgeschichtlicher und vor allem theoretischer Artikel die aktuellen Forschungsdiskussionen zur Europäischen Geschichte nachzuvollziehen und historiographisch einzuordnen. Ziel ist es, das in der Vorlesung gewonnene Überblickswissen über die verschiedenen geschichtswissenschaftlichen Ansätze, Themen und Leitfragen einer Europäischen Geschichte zu veranschaulichen, zu konkretisieren und durch das textgestützte Analysieren und Interpretieren zu vertiefen. Einführende Literatur: Jost Dülffer, Von der Geschichte der europäischen Integration zur Gesellschaftsgeschichte Europas nach 1945, in: Archiv für Sozialgeschichte 49 (2009), S.3-24; Andreas Eckert, Der Kolonialismus im europäischen Gedächtnis, in: Aus Politik und Zeitgeschichte H. 1-2 (2007), S.31-38; Hartmut Kaelble, Eine europäische Gesellschaft?, in: Gunnar Folke Schuppert / Ingolf Pernice / Ulrich Haltern (Hg.), Europawissenschaft, Baden-Baden (Nomos) 2005, S.297-330; Reiner Marcowitz, Einleitung, in: ders. (Hg.), Nationale Identität und transnationale Einflüsse. Amerikanisierung, Europäisierung und Globalisierung in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg, München (Oldenbourg) 2007, S.7-31; Thomas Mergel, Die Sehnsucht nach Ähnlichkeit und die Erfahrung nach Verschiedenheit. Perspektiven einer Europäischen Gesellschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts, in: Archiv für Sozialgeschichte 49 (2009), S.417-434; Henry Rousso, Das Dilemma eines europäischen Gedächtnisses, in: Zeithistorische Forschungen, Online-Ausgabe, 1/3 (2004), http://www.zeithistorische-forschungen.de/site/40208268/ default.aspx; Jürgen Schriewer / Marcelo Caruso, Globale Diffusionsdynamik und kontextspezifische Aneignung. Konzepte und Ansätze historischer Internationalisierungsforschung, in: Comparativ 15/1 (2005), S.7-30. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2010/11 Europäische Geschichte Prof. Dr. Hüser Dietmar