Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Neid und Gier als gesellschaftlich relevante Emotionen
In diesem Seminar werden Neid und Gier als gesellschaftliche Emotionen in einem interdisziplinären Zugang untersucht. Geschichtlich gesehen galten Neid und Gier nicht zufällig als Todsünden oder so genannte Kapitalsünden. Sie stellen gesellschaftliche Schranken dar. Unser gegenwärtiges kapitalistisches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem...
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Jetzt Lernplan erstellenIn diesem Seminar werden Neid und Gier als gesellschaftliche Emotionen in einem interdisziplinären Zugang untersucht. Geschichtlich gesehen galten Neid und Gier nicht zufällig als Todsünden oder so genannte Kapitalsünden. Sie stellen gesellschaftliche Schranken dar. Unser gegenwärtiges kapitalistisches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem hat diese Schranken in Antriebsmittel umgewandelt. Einerseits ist -Geiz geil- geworden und damit gesellschaftsfähig, andererseits greift man bei Erklärungen der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise gerne auf die Gier als Motiv zurück. Ziel der LV ist eine Reflexion des Stellenwerts von Emotionen und ihre gesellschaftliche Wirksamkeit und Bedeutung am Beispiel von Neid und Gier.
Methode:
Textlektüre, Theorieinputs, Diskussion, Gruppenarbeit
Aufgaben an die Teilnehmenden:
Als Vorbereitung auf dieses Seminar haben die Teilnehmenden folgende Aufgaben:
• Sichten von Bildern und kurzen Textpassagen in unterschiedlichen Medien wie Film, Tageszeitungen, Magazinen, Produktwerbungen etc. mit der Frage: wo und wie kommt mir das Thema Neid und Gier entgegen?
• Nach der Sammlung Formulieren von eigenen Annahmen und Hypothesen: wie wirkt das auf mich und was sagt das über unsere derzeitige Gesellschaft aus? Bitte auf ca. einer DINA4 Seite zusammenfassen und eine Woche vor Seminar an die LV Leitung senden (ina.paul-horn@uni-klu.ac.at).
• Welche theoretischen Konzepte (aus meinem Studium oder meiner beruflichen Praxis) sind für mich bei der Erklärung von Neid und Gier relevant?
(Auswahl):
Melanie Klein, Neid und Dankbarkeit, in: Das Seelenleben des Kleinkindes, Stuttgart 1962, S. 187-224
Jean Paul Sartre, Skizze einer Theorie der Emotionen, in: Die Transzendenz des Ego, Reinbek bei Hamburg 1997, S. 255-322
FB 04 Sozialwesen
Uni Kassel
SoSe 2010
Lehrveranstaltungspool FB 04
FB 04 Sozialwesen
Prof. Dr.
Lackner Karin