Uni-Essen
14. März 2017Seminar Literatur und Kulturwissenschaft Kulturelles Klima der Türkei nach 1990 Neue Neigungen in der Literatur
In diesem Seminar werden literarische Texte untersucht, die den Wandel des kulturellen Klimas der Türkei seit den 90er Jahren mitvollzogen haben. Mit dem Beginn der 90er Jahre hat sich in der Literatur der Türkei ein großer Wandel vollzogen. Es ist...
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Jetzt Lernplan erstellenIn diesem Seminar werden literarische Texte untersucht, die den Wandel des kulturellen Klimas der Türkei seit den 90er Jahren mitvollzogen haben.
Mit dem Beginn der 90er Jahre hat sich in der Literatur der Türkei ein großer Wandel vollzogen. Es ist nicht mehr möglich, das Schicksal des enttäuschten Intellektuellen [Ouz Atay Tutunamayanlar (1971), Adalet Aaolu Ölmeye Yatmak (1973)], oder gesellschaftsrealistische Themen [Fakir Baykurt Kaplumbaalar’ (1967) Sevgi Soysal afak (1975), Erdal Öz Yaralsn (1975)] literarisch zu verarbeiten, denn zusammen mit der Wandlung des Klimas zum Liberalen und Individualistischen haben sich auch die potentiellen LeserInnen dieser Romane verändert. Das Projekt der Republik wurde durch die rasch aufeinander folgenden militärischen Putsche stark verschlissen, Armut und Gewalt nahmen zu und verbreiteten sich, so dass letzten endlich andere literarische Narrative eingefordert wurden. Minderheiten, Frauen, Unterdrückte, also alle jene -Anderen-, beginnen nun Anspruch auf ihren Platz in der Erzählung der Moderne zu erheben. Diese Romane, geschrieben von neuen Menschen, werden zu Sprechern einer viel zerstörerischen Einsamkeit.
Mit der steigende Härte des täglichen Lebens werden unterschiedliche gesellschaftliche Identitäten zunehmend sichtbar. Die Romane die in diesen Jahren in der Türkei geschrieben wurden, formieren sich um die Themen Geschlecht, Nationalstaat, Migration, und Gewalt. Mit der Weiterentwicklung der Neige zur Individualität der 80er Jahren, wird nicht nur die geschlechtliche sondern auch die politische Identität anhand von individualistischen Narrativen zur Sprache gebracht. Postmoderne Versuche, multikulturelle und vielstimmige Narrative, die die nationale Identität in Frage stellen, aber auch Romane, welche die bisher verschwiegenen gesellschaftlichen Identitäten zur Sprache bringen, entstehen in dieser Zeit.
Dieses Seminar wird sich mit den oben beschriebenen neuen literarischen Neigungen im Übergang von den 90er zu den 2000er Jahren befassen und versuchen Gemeinsamkeiten in den Entwicklungen der sie repräsentierenden Texten aufzudecken.
Wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Turkistik
Zielgruppen:
MA Lehramt HRGe, 3. Fachsemester (3 Credits, Workload: 90 h):
Studienleistung ist ein 15-min. Gruppenreferat mit schriftlicher Ausarbeitung (5 Seiten).
MA Lehramt GyGe, 3. Fachsemester (3 Credits, Workload: 90 h):
Studienleistung ist ein 15-min. Gruppenreferat mit schriftlicher Ausarbeitung (5 Seiten).
Kulturwirt M.A., 3. FS (5 Credits, Workload: 150 h):
Modulprüfung -Fachübergreifendes Modul- 40-min. mündliche Prüfung zusammen mit der LV -Sozio- und Pragmalinguistik-.
Universität Duisburg-Essen
WiSe 2016/17
LA Ma GyGe, Master-Studiengang mit Lehramtsoption Gymnasium/Gesamtschule
Dr.
Gürle Meltem