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Uni-Essen
14. März 2017

Seminar neu 15.02 Aufwärts raus aus dem Milieu Unwahrscheinliche Bildungsaufstiege ESL Modul 3.2a

Der wahrscheinliche Verlauf individueller Bildungsbiografien hängt in Deutschland von der sozialen Herkunft ab. Dies wurde s eit den 1970er Jahren wiederkehrend empirisch nachgewiesen. Herkunftseffekte wurden in der empirischen Bildungsforschung quantifiziert und in internationalen Vergleichen als Chancengerechtigkeitsvariablen dargestellt. Für Deutschland gilt...

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Der wahrscheinliche Verlauf individueller Bildungsbiografien hängt in Deutschland von der sozialen Herkunft ab. Dies wurde s eit den 1970er Jahren wiederkehrend empirisch nachgewiesen. Herkunftseffekte wurden in der empirischen Bildungsforschung quantifiziert und in internationalen Vergleichen als Chancengerechtigkeitsvariablen dargestellt. Für Deutschland gilt in besonderem Maße, dass Kinder und Jugendliche aus sozialen Risikogruppen die ge­ringsten Chancen aufweisen, erfolgreiche Bildungsbiografien zu realisieren. Die wahrscheinlichen Bildungskarrieren von Kindern erwerbsloser, niedrige Einkommen erzielender, niedrige Bildungsabschlüsse aufweisender und/oder alleinerziehender Eltern sind nicht durch Aufstieg, aber von Vulnerabilität gekennzeichnet, umso mehr bei einer Kumulation von Risikola­gen. Das Seminar setzt einen Schwerpunkt auf solche Bildungsverläufe, die gerade nicht geeignet sind, die genannten Befunde zu illustrieren und zu beweisen. Die in der Bildungsforschung gängige Perspektive auf die Strukturen und Prozesse, die zu herkunftsabhängi­ger Bildungsbenachteiligung führen, wird ergänzt durch einen Fokus auf die so­zialen Bedingungen und die bildungsbiografischen Prozesse, die unwahrscheinliche Bil­dungsaufstiege ermöglichen. Wir wollen theoretische Erklärungskonzepte zu Zusammenhängen von Sozialisationsbedingungen und Bildungsverläufen untersuchen auf Ansätze zur Hypothesenbildung zu Voraussetzungen unwahrscheinlicher Aufstiege. Makro- und mikrosoziale Hintergründe von Bildungsaspirationen und Investitionsentscheidungen sowie formelle und informelle schulische Selektionsmechanismen kommen dabei in den Blick. Schließlich fokussieren wir vorhandene Studien, die unwahrscheinliche Bildungsaufstiege antreibende Aspirationen und die Bedingungen ihrer Möglichkeit rekonstruieren. Dabei stellen sich Fragen nach der Gültigkeit Ungleichheitsreproduktion erklärender Modelle, nach neuen Mobilitätskanälen und nach Motivlagen, die ein komplexes Verständnis der Platzierungsfunktion von Bildung erfordern. Zur Veranschaulichung dieser Aspekte werden die Seminarteilnehmer/innen während des Semesters Interviews mit Aufsteigern führen und am Ende der Veranstaltung vorstellen. Auf diese Weise wollen wir Ansatzpunkte zur Ermöglichung vermehrter Bildungsaufstiege und damit zur Erhöhung von Chancengerechtigkeit in der schulischen Praxis freilegen. Bildungswissenschaften abgeschlossenes Grundstudium Universität Duisburg-Essen SS 2012 ESL, Erziehungswiss. Studium für Lehrämter Dr. Drucks Stephan