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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Neue Spaltungslinien in der alternden Gesellschaft

Kaum ein Thema beschäftigt das deutsche Feuilleton und die politische Debatte derzeit so sehr wie der demographische Wandel und das Schreckensbild der Vergreisung von Gesellschaften. Kein Dossier, keine Zukunftsdiskussion kommt ohne das Szenario leerer Rentenkassen, überfüllter Altenheime, verwaister Kindergärten und...

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Kaum ein Thema beschäftigt das deutsche Feuilleton und die politische Debatte derzeit so sehr wie der demographische Wandel und das Schreckensbild der Vergreisung von Gesellschaften. Kein Dossier, keine Zukunftsdiskussion kommt ohne das Szenario leerer Rentenkassen, überfüllter Altenheime, verwaister Kindergärten und heftiger Verteilungskonflikte zwischen den Generationen aus. Die antizipierten Folgen veränderter Altersstrukturen für den Arbeitsmarkt, die Sozialsysteme und die Gesundheitsversorgung bilden den Bezugsrahmen aktueller wohlfahrtsstaatlicher Reformdebatten und -vorhaben. Zugleich verlässt die Familienpolitik ihr Schattendasein und wird zum Dreh- und Angelpunkt im Kampf gegen sinkende Geburtenraten. Parallel zu diesen politischen Antworten verändern sich gesellschaftliche Altersbilder, alter(n)srelevante Strukturen des alltäglichen Lebens sowie Praktiken und (Selbst-)Deutungen der als alt adressierten Menschen. Das Thema Altersarmut, eine klassenspezifische Lebenserwartung, die Prognose eines vermeintlichen Generationenkonflikts oder die Demografisierung sozialer Problemlagen deuten dabei darauf hin, dass in der alternden Gesellschaft neue Spaltungslinien entstehen bzw. bestehende Ungleichheiten und Spaltungen neu gerahmt werden. Eine soziologische Perspektive, die sich diesen Wandelprozessen nähern will, muss sich zunächst auf theoretisch-konzeptioneller Ebene der Frage annehmen, was eigentlich unter Alter(n) zu verstehen ist und wie sich die Strukturkategorie Alter und die Prozesskategorie Altern zur Generation(enlagerung) und zu anderen gesellschaftlichen Strukturkategorien wie Geschlecht oder sozialer Lage verhalten. Das Seminar wird den Bogen von theoretischen Perspektiven auf das Alter(n) über die Analyse der Effekte einer alternden Gesellschaft und die Behandlung konkreter Politikfelder bis hin zur kritische Reflektion der derzeit zu konstatierenden gesellschaftlichen -Neuverhandlung des Alters- – im Kontext von demografischem und wohlfahrtsstaatlichen Wandel – schlagen. Empfohlene Lektüre zur Einführung: Silke van Dyk & Stephan Lessenich (Hg.) (2009): Die jungen Alten. Analysen einer neuen Sozialfigur, Frankfurt/New York: Campus. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2014/15 Politik und Wirtschaft Zweitfach Prof. Dr. Dyk van Silke