Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Neuere Entwicklung in der Erziehungshilfe
Die Prozesse der Konzeptentwicklung, Implementation und Evaluation auf der curricularen Ebene von Schule und in Kooperation mit Sozialpädagogen vor dem Hintergrund des bundesweit durchgeführten Praxisforschungsprojekts Coole Schule Lust statt Frust am Lernen stehen in diesem Seminar im Zentrum. Das...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Prozesse der Konzeptentwicklung, Implementation und Evaluation auf der curricularen Ebene von Schule und in Kooperation mit Sozialpädagogen vor dem Hintergrund des bundesweit durchgeführten Praxisforschungsprojekts Coole Schule Lust statt Frust am Lernen stehen in diesem Seminar im Zentrum. Das Projekt arbeitete mit Jugendlichen, die bereits eine extreme Schulverweigerungshaltung eingenommen hatten, dennoch aber dem Regelunterricht wieder zugeführt und zum erfolgreichen Abschluss hingeführt werden sollten.
Das Konzept der individuellen Bildungsplanung und Entwicklungsförderung, das eigens für dieses Projekt entwickelt wurde, hat sich zu einem von vier Kernelementen entwickelt, die aktuell im Diskurs von Kultusministerien und Schulämtern im Fokus stehen. Weitere Kernelemente sind zugehende Elternarbeit, Netzwerk Jugend und Bildung sowie veränderte Lernarrangements. Die Forschungs- und Praxisrelevanz des Projektes dürfte vor dem Hintergrund der bisher vorgelegten Pisa-Studien offensichtlich sein. Die kooperative Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Schule und Wirtschaft ist bisher ebenso einmalig wie auch die Begleitung des Projektes durch einen hochkarätig besetzten Forschungsbeirat, in dem die damalige Bundesministerin Renate Schmidt und die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Karin Wolff den Vorsitz hatten. Das Konzept nimmt zunächst die bisherige Bildungsbiografie und soziobiografische Geschichte des Schülers bzw. der Schülerin in den Blick, in denen neben den kognitiven und sozialen Ressourcen und Nachholbedarfen ebenso die familialen Kontextbedingungen deutlich werden. Auf dieser Grundlage gründet der Basisbericht, der wiederum die Ausgangsplattform für die in kleinen Schritten systematisch angelegte individuelle Bildungsplanung und soziale Entwicklungsförderung darstellt. So entsteht in kontinuierlicher Fortschreibung ein systematisch angelegtes Planungs- und Dokumentationsinstrument, das die individuelle Bildungsbiografie in ihrem Entwicklungsverlauf als Prozess nachzeichnet und für alle Beteiligten am Bildungsprozess transparent macht.
Ursula Bylinski, Josef Faltermeier, Hans-Jürgen Glinka (2004): Coole Schule Ein Praxisforschungsprojekt zum Phänomen Schulverweigerung im Netzwerk von Schule, Jugendhilfe und Wirtschaft. In: Hartnuss, Birger und Maykus, Stephan (Hrsg.): Handbuch Kooperation von Jugendhilfe und Schule.
Hans-Jürgen Glinka et. al. (2006): Schulverweigerung Anregungen für Forschung Aus- und Weiterbildung. Herausgegeben von der Deutsche Bank Stiftung und dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge in der Reihe Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen, Band 4. Frankfurt am Main.
FB 04 Sozialwesen
Uni Kassel
SS 2008
Dr.
Glinka Hans Jürgen