Uni-Essen
14. März 2017Übung Methodenanwendung in Praxisfeldern Diskursanalyse als qualitative Forschungsmethode in der Politikwissenschaft am Beispiel des Volksentscheides zu Stuttgart 21
Die Proteste gegen das Bauprojekt -Stuttgart 21- haben in der politischen Öffentlichkeit intensive und kontroverse Debatten in Bezug auf die Partizipationsmöglichkeiten von BürgerInnen ausgelöst. In diesen Debatten zeigten sich neben der Befürwortung oder Gegnerschaft zu -Stuttgart 21- daher auch Grundlegende...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Proteste gegen das Bauprojekt -Stuttgart 21- haben in der politischen Öffentlichkeit intensive und kontroverse Debatten in Bezug auf die Partizipationsmöglichkeiten von BürgerInnen ausgelöst. In diesen Debatten zeigten sich neben der Befürwortung oder Gegnerschaft zu -Stuttgart 21- daher auch Grundlegende Deutungs- und Sinnmuster in Bezug auf demokratische Prozesse und Partizipation, welche das politische Handeln der Beteiligten leiten. Solche Deutungs- und Sinnmuster lassen sich mittels diskursanalytischer Verfahren rekonstruieren und auf ihre Effekte in Bezug auf politische Prozesse analysieren.
Im Rahmen qualitativer Politikanalyse wird in letzter Zeit zunehmend auf diskursanalytische Verfahren zur Rekonstruktion intersubjektiv geteilter und gesellschaftlich produzierter Sinn- und Wissenssysteme zurückgegriffen. Das wachsende Interesse an diskursanalytisch fundierten Fragestellungen trifft dabei auf eine wachsende Vielfalt von diskusanalytischen Verfahren, die in ihrer methodologischen Ausrichtung und methodischen Umsetzung erheblich voneinander abweichen und so den Zugang zum Feld der Diskursforschung erschweren.
Im Seminar soll daher anhand des umfassenden Forschungsprogramms der Kritischen Diskursanalyse (KDA) die methodologische Grundlage erschlossen werden, welche die Analyseperspektive von Diskursanalysen ausmacht. Im Anschluss an die Rekonstruktion der methodologischen Grundlagen werden zentrale Fragestellungen in Bezug auf die erkenntnistheoretische Reichweite diskursanalytischer Verfahren erörtert. Zu klären ist dabei, welchen Blick auf Gesellschaft und Politik Diskursanalysen ermöglichen und welchen Nutzen politikwissenschaftliche Forschung daraus ziehen kann.
Im forschungspraktischen Teil werden die zentrale Begriffe (Diskurs, Äußerung/ Aussage, Kollektivsymbolik, Diskursverschränkung etc.) sowie deren konkrete Umsetzung im Rahmen empirischer Diskursanalysen erarbeitet und an ausgewähltem Forschungsmaterial geübt. Zu den praktischen Übungen soll von den TeilnehmerInnen eine empirische Diskursanalyse in Bezug auf die Medienberichterstattung über den Volksentscheid zu -Stuttgart 21- erstellt werden.
Das Erlernen von diskursanalytischen Verfahren ist neben der wissenschaftstheoretischen Fundierung in hohem Maße von praktischer Forschungsarbeit abhängig. Daher ist das Seminar als Forschungswerkstatt konzipiert. Arbeitsergebnisse aus den Übungen sowie einzelne Arbeitsschritte und -ergebnisse der Diskursanalyse zu -S21- sollen im Seminar präsentiert und reflektiert werden.
Jäger, Margarete/ Jäger, Siegfried (2007): Deutungskämpfe. Theorie und Praxis Kritischer Diskursanalyse, Wiesbaden
Jäger, Siegfried/ Zimmermann, Jens (Hrsg.) (2010): Lexikon Kritische Diskursanalyse. Eine Werkzeugkiste, Münster
Keller, Reiner (2010): Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen, 4., aktualisierte Auflage, Wiesbaden
Sozialwissenschaften
Universität Duisburg-Essen
WS 2011/12
Powi B.A., Politikwissenschaft (Bachelor of Arts)
Dipl.-Soz.-Wiss.
Zimmermann Jens Soz Wiss