Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Nicht nur die Hälfte vom Himmel sondern die Hälfte der Welt Gendertheorien in Philosophie und Theologie zur Überwindung globaler Diskriminierung
Frauen sind weltweit nicht nur Opfer von körperlicher und seelischer Gewalt, sie werden darüber hinaus aufs gröbste benachteiligt: wirtschaftlich, sozial, kulturell, rechtlich und politisch. Insgesamt liegt laut UNO der Anteil der von Frauen geleisteten Arbeit weltweit bei 75 Prozent. Die...
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Jetzt Lernplan erstellenFrauen sind weltweit nicht nur Opfer von körperlicher und seelischer Gewalt, sie werden darüber hinaus aufs gröbste benachteiligt: wirtschaftlich, sozial, kulturell, rechtlich und politisch. Insgesamt liegt laut UNO der Anteil der von Frauen geleisteten Arbeit weltweit bei 75 Prozent. Die Frauen erhalten in den Entwicklungsländern aber lediglich ein Zehntel des Einkommens, ihr Anteil am Eigentum liegt bei nur einem Prozent. Frauen stellen bis zu 65 Prozent der rund 780 Millionen Analphabeten und die Einschulungsrate von Mädchen liegt erheblich niedriger als die von Jungen. Aber auch in den Industriestaaten ist das Spektrum der Gewalt gegen Frauen und ihrer Benachteiligung breit. Eine besondere Bedeutung, diese Missstände zu überwinden, kommt Initiativen zu, die unter dem Begriff -Gender-Mainstreaming- die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen versuchen. Der Begriff wurde erstmals 1985 auf der 3. UN-Weltfrauenkonferenz in Nairobi diskutiert und zehn Jahre später auf der 4. UN-Weltfrauenkonferenz in Peking weiterentwickelt. 1997/1999 machte der Amsterdamer Vertrag das Konzept zum offiziellen Ziel der Gleichstellungspolitik der Europäischen Union. Es geht bei den hier zugrundeliegenden Gendertheorien (die unter Anknüpfung an Simone de Beauvoir von Autorinnen wie Judith Butler, Betty Friedan, Alice Walker, Julia Kristeva u.a. geprägt wurden) um die Überwindung sozialer Geschlechterrollen beziehungsweise sozialer Geschlechtsmerkmale, die in einer Kultur als typisch für ein bestimmtes Geschlecht angesehen werden, insofern sie ein Geschlecht benachteiligen oder bevorrechtigen.
Das Seminar wird nach einer Darstellung des weltweiten Ausmaßes geschlechtsspezifischer Diskriminierung in die Gendertheorien einführen, wie sie in Philosophie und (noch eher zögerlich) in der (Feministischen) Theologie entwickelt wurden.
• Beauvoir, S. de: Das andere Geschlecht: Sitte und Sexus der Frau. Reinbeck b. Hamburg (11. Aufl.) 2000
• Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland. Berlin 2004
• Gerhard, U. (Hrsg.): Frauen in der Geschichte des Rechts. München 1997
• Gössmann, E. (Hrsg.): Wörterbuch der feministischen Theologie. Gütersloh 2002
• Schwarzer, A.: Der große Unterschied. Gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen. Köln 2000
• Wichterich, C.: Frauen der Welt. Vom Fortschritt der Ungleichheit. Göttingen 1995
Eine ausführliche Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt werden.
Bemerkung
MPO 2006/2007
• L1/M6
• L2/M26
• L3/M37 (Teil Sozialethik); L3/M38 (Teil Sozialethik)
• L4/M37 (Teil Sozialethik)
MPO 2011
• M8 (L1-L4; Teil Sozialethik); M9 (L2-L4; Teil Sozialethik)
MPO 2013
• M8 (L1-L4; Teil Sozialethik); M9 (L2-L4; Teil Sozialethik)
FB 02 Institut für Katholische Theologie
Uni Kassel
SoSe 2014
Katholische Religion L2
Katholische Religion L3
Prof. Dr. Dr.
Lohner Alexander