Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Nietzsche Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik
Vorbesprechung / Referatsvergabe: Mo. 02. Mai 2011 von 12.00- 14.00 Uhr in Raum 1305 NP1 Blocktermine: Sa und So 18. und 19. Juni 2011 von 10.00 - 17.30 Uhr in Raum 1120 KWS 3 Sa und So 25. und 26....
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Jetzt Lernplan erstellenVorbesprechung / Referatsvergabe: Mo. 02. Mai 2011 von 12.00- 14.00 Uhr in Raum 1305 NP1
Blocktermine: Sa und So 18. und 19. Juni 2011 von 10.00 - 17.30 Uhr in Raum 1120 KWS 3
Sa und So 25. und 26. Juni 2011 von 10.00 - 17.30 Uhr in Raum 1108 NP 5
Das philosophische Erstlingslingswerk Friedrich Nietzsches Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (=GT, 1872) erregte seiner Zeit helle Aufregung und beschädigte den Ruf des jungen Basler Philologen nachhaltig. Dennoch oder gerade deswegen erlangte das von der Philosophie Arthur Schopenhauers und dem Einfluss Richard Wagners geprägte Werk große Bedeutung. Gerade Künstler der zeitgenössischen und nachfolgenden Generationen inspirierte diese Schrift, so zum Beispiel den Maler Gustav Klimt oder den Schriftsteller Thomas Mann.
Was es heißt, dass das -Dasein- -nur als ästhetisches Phänomen- -gerechtfertigt- (GT, Versuch einer Selbstkritik 5) sein kann und man die Kunst als -die eigentlich metaphysische Thätigkeit des Menschen- begreifen muss, soll im ersten Block erörtert werden. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst Nietzsches Unterscheidung der beiden Kunstwelten, des Apollinischen und Dionysischen, aus deren -Bruderbund- (GT 21) schließlich die attische Tragödie entstanden sein soll. Für das Verständnis der Tragödienschrift wird es nötig sein, den Fokus auf Nietzsches frühes Musikkonzept zu legen. Da Nietzsche dieses zum Großteil von Schopenhauer übernimmt, werden wir die Tragödienschrift im Seminar immer auch vor dem Hintergrund der Willensmetaphysik und der Ästhetik Schopenhauers (Welt als Wille und Vorstellung, insbesondere Buch 2 u. 3) lesen.
Während der Lektüre von GT werden wir zudem die Aufmerksamkeit auf die sprachphilosophische Dimension dieser Schrift lenken. Im Interesse eines besseren Verständnisses werden wir zu einem späteren Zeitpunkt vergleichend die kurzen Schriften Die dionysische Weltanschauung (=DW, 1870, insbesondere Nr.4) und Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne (=ÜWL, 1873) heranziehen. Beide Schriften entstanden zu einer Zeit, zu der Nietzsche noch offiziell als Jünger Schopenhauers und vor allen Dingen Richard Wagners aufgetreten ist. Wir werden sehen, dass jedoch gerade jene sprachphilosophischen Überlegungen, die in ÜWL um eine entscheidende Dimension erweitert werden, den Bruch zu seinen beiden Lehrern provozieren mussten und schließlich Nietzsches philosophische Selbstständigkeit einleiteten.
Von den TeilnehmerInnen wird neben der gründlichen Lektürevorbereitung von GT, DW 4 und ÜWL, die Bereitschaft zur Übernahme eines (kurzen) Referats erwartet.
Friedrich Nietzsche: GT, DW, ÜWL. In: Die Geburt der Tragödie Unzeitgemäße Betrachtungen 1-4 Nachgelassene Schriften 1870-1873/ Sämtliche Werke, Kritische Studienausgabe in 15 Bänden. Hrsg. v. Giorgio Colli u. Mazzino Montinari. Band 1. Berlin 2009.
Arthur Schopenhauer. Die Welt als Wille und Vorstellung. Band I und II. Hrsg. v. Ludger Lütkehaus. Dtv-Verlag. München 1989.
Fietz, Rudolf: Medienphilosophie. Musik, Sprache und Schrift bei Friedrich Nietzsche. Zugl.: Bonn, Univ., Diss., 1991. Würzburg 1992.
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