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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Perspektive Stadt

Dekonzentration, Dispersion und Konvergenz können als Schlagworte verwendet werden, wenn man die Mainstreamdiskussionen der letzten Jahrzehnte zur Raumentwicklung in Deutschland auf einen einfachen Nenner bringen wollte. Prominente Bilder dieser Bestandsaufnahme sind „Zwischenstadt“, „Sprawl“ aber auch „die Region“. Aus dem Blick...

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Dekonzentration, Dispersion und Konvergenz können als Schlagworte verwendet werden, wenn man die Mainstreamdiskussionen der letzten Jahrzehnte zur Raumentwicklung in Deutschland auf einen einfachen Nenner bringen wollte. Prominente Bilder dieser Bestandsaufnahme sind „Zwischenstadt“, „Sprawl“ aber auch „die Region“. Aus dem Blick ist dabei die Stadt geraten. Einige beschworen bereits ihren Untergang. Doch es tut sich etwas, nachdem die Stadt als Perspektive nur noch im Bereich des Wunschdenkens zu liegen schien. Die Wiederentdeckung der Stadt, nicht nur als urbane Fiktion, als philosophisches Bekenntnis, sondern als konkreter Ort scheint heute bedeutender denn je. Dafür sprechen aktuelle Zahlen, die auf Konzentrationsprozesse hinweisen. Der Ökonom Horst Zimmermann, unter anderem Vizepräsident der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover, führt an, dass es einen grundlegenden Wandel in Wissenschaft und Politik zur Rolle der modernen Agglomerationen gegeben hat. Sie sind die Orte für zukünftigen Wohlstand. Ein anderer, Dieter Läpple, sieht die Stadt bereits als „Phönix aus der Asche“ aufsteigen. Als Beleg gelten auch die Megacities in Drittweltländern, die unter westlichen Intellektuellen immer mal wieder als Szenarien herangezogen werden. In diesem Jahrhundert werden erstmals mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten oder urbanen Zentren leben. Das war auch der Gegenstand einer prominent besetzten Konferenz- und Forschungsreihe in den Jahren 2005-2006 mit dem Titel, Urban Age – Das Zeitalter der Städte. Koolhaas spitzt wie gewohnt zu: “More than ever, the city is all we have.” Doch, führt er in einen anderen Zusammenhang aus: “genau in diesem Moment des Triumphes (der Stadt), wird kaum noch ernsthaft über unsere Städte nachgedacht“ - das wollen wir dann mal machen. Es gibt eine ganze Reihe von neueren Artikeln, die diese veränderte Stimmung thematisieren. Die und noch einige „Klassiker“ wollen wir uns im Seminar vornehmen und anhand ihrer in die aktuell an vielen Stellen aufkeimende Diskussion einsteigen. Eingeladen sind nicht nur Studierende der Stadtplanung, sondern ganz besonders auch Architekten und Landschaftsplaner, die sich, selbstredend, mit dem neuen Topos beschäftigen sollten. Denn folgt man der These eines Bedeutungsgewinns von Städten, wird dies auch wieder neue Planungen erfordern. FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel SS2007 Stadt- und Regionalplanung Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung Dipl.-Ing. Soyka Nikolai