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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Physisch geographische Gegenstände und Phänomene zwischen Natur und Kulturwissenschaft 8211 Perspekti ven einer Umweltbildung im Sinne der Politischen Ökologie

Den forschungslogischen Kern der Physischen Geographie stellt die -Landschaft- dar. Ein sehr komplexes Kompendium, dessen Bedeutungshöfe – je nach Kontext und Systemzusammenhang – sehr unterschiedlich konstruiert werden: Etwa im Sinne eines auf Totalität angelegten -Sphärenmodells- (Lithosphäre, Pedosphäre, Hydrosphäre, Biospähre, […]),...

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Den forschungslogischen Kern der Physischen Geographie stellt die -Landschaft- dar. Ein sehr komplexes Kompendium, dessen Bedeutungshöfe – je nach Kontext und Systemzusammenhang – sehr unterschiedlich konstruiert werden: Etwa im Sinne eines auf Totalität angelegten -Sphärenmodells- (Lithosphäre, Pedosphäre, Hydrosphäre, Biospähre, […]), im Sinne biologistisch geschlossener Systeme und Kreisläufe, im Sinne der Ordnungsprinzipien und Syntaxonomien der einzelnen naturwissenschaftlichen Teildisziplinen der Physischen Geographie (Vegetationsgeographie, Geologie, Geomorphologie, Hydrogeographie, …), […], […], aber ebenso auch -Landschaft- als Seismogramm und bildliches Archiv von Gesellschaft, in dem sich auch soziokulturelle Praktiken sedimentieren. An diesen zuletzt genannten Entwurf von -Landschaft- knüpft die Ideenwelt der -Politischen Ökologie- an. Die analytischen und verstehenden Zugänge der -Politischen Ökologie- sind darauf angelegt, die in erster Linie naturwissenschaftlich designten Sichtweisen auf -Landschaft- (häufig auch synonym und stellvertretend formuliert für -Umwelt-, -Natur- und -Raum-) zu kontextualisieren und auf verborgene ökonomische, soziale und politische Agenden hin zu befragen. Vor dem Hintergrund konkreter Landschaftsszenarien (Gebirgslandschaften, Riedlandschaften, Küstenlandschaften, stadtökologisch interessante Szenarien[…]) soll in dieser Veranstaltung sowohl eine Annäherung an die Arbeitsweisen der klassischen Physischen Geographie geboten werden (etwa Arbeiten mit geomorphologischen Karten, mit einem Gesteinsbestimmungsschlüssel, der Umgang mit pflanzensoziologischen Syntaxonomien,[…], […], […]), aber ebenso auch eine Annährung an analytische und verstehende Instrumentarien einer Politischen Ökologie. Beide Zugänge sind im Sinne einer kritischen Umweltplanung und Umweltbildung wichtig, um sowohl die naturwissenschaftlich-kausalen Rationalitäten (z.B. ökologische Standortanalysen) nachvollziehen zu können, aber genauso auch ihre Entstehungsagenden und Kontexte, in denen Akteure aus Wissenschaft, Politik, Medien und nicht zuletzt auch die Akteure hinter der Produktionsstätte von Schulbuch-wahrheiten- bedingend wirken. – Die Fragestellungen, die im Sinne einer kritischen Umweltbildung dann auftauchen, haben enormes didaktisches Potenzial und sind vor allem auch als Stolperstein und Denkimpuls für den Sachunterricht wesentlich. Der Sachunterricht ist nicht dazu verdammt, physisch-geographische Inhalte (fachlich häufig eng liiert mit der Wirtschaftsgeographie) im Sinne einer mittigen Belanglosigkeit zu verhandeln. Anhand der Konzeption konkreter Unterrichtseinheiten für den Sachunterricht sollen Perspektiven einer Umweltbildung im Sinne der politischen Ökologie gezeigt und z.T. erarbeitet werden. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SoSe 2014 Soziologie HF Schlüsselkompetenzpool FB05 Prof. Dr. Kruckemeyer Frauke