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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Platons Politeia Eine Einführung

Platon war kein Belgier. Ich habe es nachgeschlagen. (Frei nach A fish called Wanda) Sollte dies in etwa das abbilden, was Sie bisher zu Platon in Erfahrung gebracht haben, machen Sie sich keine Sorgen: Dieser Kenntnisstand ist zunächst ausreichend, um...

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Platon war kein Belgier. Ich habe es nachgeschlagen. (Frei nach A fish called Wanda)   Sollte dies in etwa das abbilden, was Sie bisher zu Platon in Erfahrung gebracht haben, machen Sie sich keine Sorgen: Dieser Kenntnisstand ist zunächst ausreichend, um an dem Seminar teilzunehmen und dieses Wissen zu erweitern. Haben Sie hingegen schon beispielsweise das berühmte Höhlengleichnis gelesen, so lernen Sie in dem Seminar u.a. den Kontext dieser vielzitierten Passage kennen (tatsächlich ist es nämlich nur das letzte von drei aufeinander aufbauenden Gleichnissen innerhalb der Politeia).   Sollten Sie sich hingegen fragen, weshalb es sich überhaupt lohnt einen Autoren zu lesen, der seit knapp 2500 Jahren tot ist, liefert der britische Philosoph Alfred North Whitehead einen Anhaltspunkt: -Die sicherste allgemeine Charakterisierung der philosophischen Tradition Europas lautet, daß sie aus einer Reihe von Fußnoten zu Platon besteht.- (Alfred North Whitehead, Prozeß und Realität, 1929, S. 91.) Tatsächlich beschäftigt sich das Werk mit einer umfänglichen Breite an Themen, die vor allem die deutsche Übersetzung des Titels Der Staat rasch verdeckt: Bei unserem Treffen mit Sokrates der eigentlich gerade von einer wilden Party auf dem Weg nach Hause ist konfrontiert uns dieser mit Fragen nach Gerechtigkeit und Erziehung, veranschaulicht uns seine kontroversen Konzepte der Staatsführung, diskutiert über wahres Wissen und bloße Meinung und zeigt uns, mit welchen Gesprächspartnern es sich überhaupt lohnt zu philosophieren.   Dieses Seminar mit Einführungscharakter richtet sich in erster Linie an Studienanfängerinnen und anfänger. Wir werden uns in dem Verlauf des Semesters durch die gemeinsame Lektüre und Diskussion ausgewählter Textpassagen einen Überblick über das gesamte Werk schaffen und die facettenreichen Themenfelder auch mit Blick auf ihre Relevanz für unser gegenwärtiges Denken reflektieren. Selbstverständlich benötigen Sie zur Lektüre und Besprechung des Werkes das Buch. Es gibt zahlreiche Ausgaben des Textes von verschiedenen Verlagen. Wichtig für Ihre Auswahl ist, dass der Text über die -Stephanus-Paginierung-, bzw. -Stephanus-Zählung- verfügt (was dies ist, schlagen Sie entweder im Internet nach oder erfahren es in der ersten Sitzung). Mögliche Ausgaben sind u. a.:   Platon: -Der Staat-, hrsg. von Karl Vretska. Stuttgart, Reclam 1982 (2000).   Platon: -Sämtliche Werke-, Bd. 2. Reinbeck bei Hamburg, Rowohlt 1994 (2004, 2006).   Platon: -Der Staat: Über das Gerechte-, Phil. Bibliothek Bd.80. Hamburg, Meiner 1998.   Platon: -Der Staat-. München, dtv 1998. Abzuraten ist von Ausgaben aus dem Anaconda oder Jazzybee Verlag, da diese nicht über die Zählung verfügen.   Falls Sie sich dennoch unsicher sind, warten Sie bis zur ersten Sitzung, dann haben Sie noch ein paar Tage Zeit sich den Text für die zweite Sitzung zu besorgen. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel SoSe 2016 Philosophie HF Philosophie NF Böhnert Martin