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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Seminar Plotin Enneaden

-Wär

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-Wär' nicht das Auge sonnenhaft, Die Sonne könnt' es nie erblicken. Lebt' nicht in uns des Gottes eigne Kraft, Wie könnt' uns Göttliches entzücken?- (Goethe) Goethes eingangs zitierte poetische Adaption ist zweifellos eine der berühmtesten Übersetzungen eines Enneadentextes. Doch nicht nur der Dichterfürst ließ sich von Plotins Werk inspirieren; in den vergangenen zwei Jahrtausenden haben so unterschiedliche Denker und Philosophen wie Augustinus, Alfarabi, Ficino, Hegel oder Camus die Enneaden intensiv studiert und ihre eigenen Positionen unter Rekurs auf das dort entwickelte philosophische System, das wir heute rückblickend als Neuplatonismus bezeichnen, formuliert. Der spätantike Philosoph Plotin selbst hat freilich keinerlei Anspruch auf Innovation und Originalität erhoben, wie sie der Terminus ,Neuplatonismus' andeutet; ganz dem Zeitgeist entsprechend versteht er sich als Interpret und Kommentator des verehrten Klassikers Platon, dessen Philosophie er lediglich systematischer darstellen, präzisierend erläutern oder gegen Kritiker verteidigen will. In Wahrheit leistet er jedoch weitaus mehr als das. Plotin entwirft in seinen Traktaten - die sein Schüler und Herausgeber Porphyrios in sechs Gruppen zu je neun Abhandlungen gegliedert hat, daher der Name Enneaden, von gr.ennea = -neun- - von der platonischen Philosophie ausgehend sowie unter Einbeziehung aristotelischer und stoischer Theorieelemente ein kohärentes philosophisches System von beeindruckender Konsequenz, das, wie Karl Jaspers es einmal formuliert hat, -...seitdem als die eigentliche Metaphysik durch die Zeiten geht...und in irgendeiner Weise widerklingt, wo immer seitdem metaphysisch gedacht wurde-. Im Rahmen unseres Seminars werden wir anhand ausgewählter Textpassagen aus den Enneaden zentrale Aspekte der Metaphysik Plotins wie das überseiende Eine und die unbestimmte Zweiheit, die Emanationstheorie und die Hypostasenlehre analysieren. Thematische Schwerpunkte werden hierbei die Überlegungen zu Wesen und Funktion der Hypostase der (All- und Individual-) Seele sowie das daraus resultierende optimistische Welt- und Menschenbild sein, das Plotin insbesondere gegen den irrationalen Pessimismus und Dualismus der Gnostiker entschieden verteidigt. Textgrundlage: Harder / Beutler / Theiler (Hrsg.), Plotins Schriften. Übersetzt von R. Harder, Bd. I-VI, Hamburg 1956-1971. Zur Einführung: Halfwassen, J., Plotin und der Neuplatonismus, München 2004. Leistungsnachweis Voraussetzung für die Erlangung eines Beteiligungsnachweises (BN) ist das Absolvieren eines schriftlichen Tests in der letzten Seminarsitzung. Eine Abschlussprüfung (AP) kann durch das Verfassen einer Hausarbeit abgelegt werden. Philosophie (BA, PO 2013) Kernfach Voraussetzung für die Erlangung eines Beteiligungsnachweises (BN) ist das Absolvieren eines schriftlichen Tests in der letzten Seminarsitzung. Eine Abschlussprüfung (AP) kann durch das Verfassen einer Hausarbeit abgelegt werden. Universität Düsseldorf WiSe 2015/16 Steffens Monika