Uni-Essen
14. März 2017Seminar Politische Einstellungen Entstehung Messung und Bedeutung
'Die Mehrheit fühlt sich von Wulff nicht repräsentiert', 'Massentrauer in Pjöngjang' , 'Jeder zweite Deutsche für NPD Verbot', 'Die Wahlen in Russland sollen wiederholt werden' – diese und viele
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Jetzt Lernplan erstellen'Die Mehrheit fühlt sich von Wulff nicht repräsentiert', 'Massentrauer in Pjöngjang' , 'Jeder zweite Deutsche für NPD Verbot', 'Die Wahlen in Russland sollen wiederholt werden' – diese und viele weitere Beschreibungen der diversen politischen Einstellungen der Bürger bieten immer wieder willkommene Schlagzeilen in der nationalen und internationalen Presse. Doch wie kommt die Presse zu diesen Einschätzungen?
Wissenschaftlicher Ausgangspunkt für die Erhebung und Analyse politischer Einstellungen ist die politische Einstellungsforschung. Seit etwa hundert Jahren befasst sich dieser Zweig der empirischen Sozialforschung mit der Frage, was eine politische Einstellung ist, wie sie entsteht und wie man sie erfassen kann. Darüber hinaus wird in der politischen Theorie seit mehreren hundert Jahren diskutiert, welche Rolle politische Einstellungen im Politikbildungsprozess haben sollten. Insbesondere in Demokratien wird die Rolle der öffentlichen Meinung groß geschrieben. Politische Theoretiker und Empiriker sind sich jedoch uneins, ob die Summe der politischen Einstellungen der Bürger die öffentliche Meinung bildet oder ob die öffentliche Meinung größer als die Summe ihrer Teile ist. Da sich der Politikbildungsprozess zudem in Demokratien und Autokratien unterscheidet, ergibt sich darüber hinaus die Frage, ob politische Einstellungen und die öffentliche Meinung in beiden politischen Systemtypen gleichermaßen eine Rolle spielen.
Im ersten Teil des Seminars werden sich die TeilnehmerInnen mit den Definitionen des Begriffs 'politische Einstellung' vertraut machen und die verschiedenen Theorien zur Erklärung der Entstehung politischer Einstellungen auf der Basis von Grundlagentexten der politischen Soziologie diskutieren. Ausgehend von Literatur aus der vergleichenden empirischen Sozialforschung werden sie verschiedene Methoden zur Erhebung politischer Einstellungen kennenlernen und ihre Vor- und Nachteile vor dem Hintergrund nationaler und vergleichender Erhebungen gegenüberstellen und bewerten.
Im zweiten Teil des Seminars werden die TeilnehmerInnen unterschiedliche Konzeptionen zum Zusammenhang zwischen politischen Einstellungen und öffentlicher Meinung anhand von Literatur aus der politischen Theorie kennen lernen. Diese werden sie im Zuge der Diskussion der Rolle öffentlicher Meinung in Demokratien und Autokratien anwenden und vergleichen.
Das Seminar richtet sich an die Studierenden im Bachelor Politikwissenschaft. Die Inhalte vertiefen den Themenbereich der politischen Einstellungsforschung aus der Komparatistikvorlesung. Durch den Vergleich der Rolle öffentlicher Meinung in Demokratien und Autokratien erfahren die Studierenden die jeweiligen Besonderheiten der politischen Systeme.
Zu dieser Veranstaltung sind maximal 3 BA-Studierende des Moduls E3 Studium liberale eingeladen. Ausschließlich für E3-Studierende finden Sie die Anmeldebedingungen und die Online-Anmeldemaske auf der Seite www.uni-due.de/ios. Bitte melden Sie sich NICHT über LSF an, auch wenn dies möglich sein sollte.
Sozialwissenschaften
Universität Duisburg-Essen
SS 2012
Powi B.A., Politikwissenschaft (Bachelor of Arts)
M.A.
Breustedt Wiebke M.A