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Uni-Essen
14. März 2017

Seminar Politische Netzwerke und Open Data

Ziel des Seminars ist eine vertiefende Analyse von zwei Politiknetzwerken anhand ihrer öffentlich zugänglichen Datensätze, über die in der Presse von engagierten Journalisten berichtet wurde. Bei den Daten handelt es sich hier um Open Data. Die Open Data Bewegung setzt...

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Ziel des Seminars ist eine vertiefende Analyse von zwei Politiknetzwerken anhand ihrer öffentlich zugänglichen Datensätze, über die in der Presse von engagierten Journalisten berichtet wurde. Bei den Daten handelt es sich hier um Open Data. Die Open Data Bewegung setzt sich für die Bereitstellung gesellschaftlich relevanter Daten ein, wie z.B. Ausgaben in kommunalen Haushalten. Sogenannte Datenjournalisten benutzen offene Daten, um ihre Recherchen empirisch zu unterfüttern. Erheben sie die Daten selbst, so stellen sie diese in Regel der Öffentlichkeit zur Verfügung. Beide Politiknetzwerke sind Gegenstand zweier aktueller Artikel, die das Thema aus verschiedenen Perspektiven behandeln. Während der Artikel -Die-140-Zeichen-Macht- von Spiegel Online (30. Juli 2015) unterschiedliche Twitter-Typen von Bundestagsabgeordnete auf Basis von Postingverhalten und -vernetzung herausarbeiten will, untersuchen die investigativen Journalisten des Correctivs in ihrem Artikel -Filzdecke Ruhr- vom 8. Juli 2015 die -Verflechtungen der kommunalen Unternehmen mit der Lokalpolitik-. Beiden Artikeln gemein sind Analysen, die auf Techniken der Sozialen Netzwerkanalyse zurückgreifen. Allerdings werden hier einfache und intuitiv-interaktive Ansätze der Visualisierung verwendet, die nicht das wissenschaftliche Potenzial der zugrunde liegenden Daten ausschöpfen. Da die Daten im Sinne von Open Data verfügbar sind, bietet sich hier im Rahmen des Seminars eine tiefer gehende Analyse mit den Verfahren der Sozialen Netzwerkanalyse an, um wissenschaftlichen Fragestellungen nachzugehen. So ist es beispielsweise von Interesse zu erfahren, welche klassischen Rollen der Netzwerkanalyse, wie Makler, Meinungsmacher, Keyplayer etc., in den Daten gefunden werden können? Lassen sich ein oder mehrere Kerne in den Netzwerken identifizieren? Welche Unterschiede lassen sich bezüglich Kern und Peripherie der Netzwerke feststellen? Diese und weitere Fragen werden in Einzel- oder Gruppenarbeit mithilfe der verfügbaren Daten bearbeitet. Die Ergebnisse sollen zudem mit den Ergebnissen der Datenjournalisten verglichen werden und an diese zurück gespiegelt werden. Zudem werden systematische Einschätzungen zur Güte der offenen Daten erarbeitet. Die Veranstaltung findet 14-tägig statt. Erste Sitztung ist am 29.10.2015. Sozialwissenschaften Universität Duisburg-Essen WiSe 2015/16 Soz MA Survey Methodology, Soziologie (Master of Arts) PD Dr. phil. Krempel Lothar