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Uni-Essen
14. März 2017

Seminar Politische Systeme im Vergleich Die Europäische Union als externer Akteur der Demokratieförderung

Es ist heute unumstritten, dass während der Transformationsprozesse der dritten Demokratisierungswelle (Huntington 1991) externe Einflüsse auf die Transformationsabläufe einwirkten und ihnen ein bedeutender Anteil an dem Ergebnis des Verlaufs zugewiesen werden muss. In der vergleichenden Demokratisierungsforschung erfolgte jedoch häufig eine...

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Es ist heute unumstritten, dass während der Transformationsprozesse der dritten Demokratisierungswelle (Huntington 1991) externe Einflüsse auf die Transformationsabläufe einwirkten und ihnen ein bedeutender Anteil an dem Ergebnis des Verlaufs zugewiesen werden muss. In der vergleichenden Demokratisierungsforschung erfolgte jedoch häufig eine Fokussierung auf interne Ursachen demokratischer Entwicklungen und somit eine Vernachlässigung der externen Faktoren. Die Europäische Union wird indes häufig als ein wichtiger externer Akteur im Bereich der Demokratieförderung angeführt und in dieser Funktion als besonders effektiv eingestuft. So hat sich die EU beispielsweise im Rahmen der EU-Osterweiterung bei der Transformation der zehn post-sozialistischen Staaten als wichtiger externer Akteur erwiesen. Für die EU hingegen ist die Stabilisierung insbesondere ihrer Nachbarländer stark mit ihrem vitalen Interesse an der Wahrung von Sicherheit, Stabilität und Wohlstand verbunden. Ziel des Seminars soll es sein, den wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Einfluss der EU auf die demokratische Entwicklung in den Anrainerstaaten der EU zu analysieren. Im ersten Teil des Seminars soll zunächst der Begriff Demokratie definiert und konzeptualisiert werden, um diesen anschließend mit dem Demokratieverständnis der EU vergleichen zu können. Nachfolgend wird erläutert, welche Motive und Instrumente der Demokratieförderung ein externer Akteur im Allgemeinen aufweist und wie diese im konkreten Fall der EU aussehen. Anhand der Modernisierungs- und Diffusionstheorie werden dann verschiedene Einflussmöglichkeiten der EU theoretisch hergeleitet. Im zweiten Teil werden mittels statistischer Verfahren – beispielsweise mit makroökonomischen Aggregatdaten und Daten des World Value Survey – unter Verwendung der theoretischen Annahmen demokratische Entwicklungen verschiedener Länder und Regionen analysiert und verglichen. Erdmann, G./Kneuer, M., 2008. Externe Faktoren der Demokratisierung, Baden-Baden: Nomos-Verlag Jünemann, A./Knodt, M., 2007. Externe Demokratieförderung durch die Europäische Union European External Democracy Promotion, Baden-Baden: Nomos-Verlag Lipset, S. M. 1959. Some Social Requisites of Democracy. Economic Development and Political Legitimacy. American Political Science Review, 53/1, pp. 69-105 Muno, W. 2001. Demokratie und Entwicklung, Mainz, Institut für Politikwissenschaft, Abteilung Politische Auslandsstudien und Entwicklungspolitik [Dokumente und Materialien Nr. 29] Rogers, E. M., 2003. Diffusion of Innovations 5th ed., New York: Free Press Schmidt, M. G., 2008. Demokratietheorien: Eine Einführung, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften Sozialwissenschaften Allgemeine Teilnahmeanforderungen: - Regelmäßige Teilnahme (2x entschuldigt fehlen / 2x unentschuldigt fehlen) - Lesen der Lektüre - Aktive Mitarbeit im Seminar - Selbstständig erarbeitetes Referat mit Powerpoint 2-seitiges Handout Länge max. 20 Minuten; - Inhalt der Präsentation Zentrale Aussagen des Textes Kritik/ Diskussionsfragen Anforderungen für einen Leistungsnachweis: - Hausarbeit (12-15 Seiten) - Inhalt der Hausarbeit Darstellung des verwendeten theoretischen Modells Ableitung eigener Arbeitshypothesen deskriptive Auswertung von Surveydaten und/oder Aggregatdaten Universität Duisburg-Essen SoSe 2013 Powi B.A., Politikwissenschaft (Bachelor of Arts) M.A. Smolka Theresia M.A