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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Re Formationen Kunst und Kultur der 1950er Jahre in Deutschland

Die Kunst- und Kulturentwicklung in Deutschland der 1950er Jahre ist von Zerrissenheit gekennzeichnet: Ein kollektiver Schwermut, für die sich die Grenzerfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur, des Holocaust und der 2. Weltkrieg verantwortlich zeichnen, steht einer Aufbruchsituation gegenüber, deren Protagonisten die Leistungen...

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Die Kunst- und Kulturentwicklung in Deutschland der 1950er Jahre ist von Zerrissenheit gekennzeichnet: Ein kollektiver Schwermut, für die sich die Grenzerfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur, des Holocaust und der 2. Weltkrieg verantwortlich zeichnen, steht einer Aufbruchsituation gegenüber, deren Protagonisten die Leistungen der Moderne vor den genannten historischen Ereignissen ins Bewusstsein rufen und den Anschluss an die internationale Wertegemeinschaft erringen wollen. Re-Education, Entnazifizierung und Entideologisierung sind die zentralen Stichworte einer politischen demokratisch gesinnten Neuorientierung, wie sie durch die Alliierten und progressive Kräfte mit deutschem Hintergrund forcieren. Die bildende, darstellende und literarische Kunst spielt bei der Re_Formation der bürgerlichen Öffentlichkeit eine nicht geringe Rolle. Parallel zu Politik, Wirtschaft, judikativen und exekutiven Kräfte kommen auf dem Felde der Kunst direkt zentrale, d.h. zeitgemäße Themenstellungen und indirekt kollektive Befindlichkeiten zur Anschauung: In künstlerischen Konzepten, in Kunstkritik, Ausstellung, Tagungen und Publikationen spiegelt sich das vielfältige Meinungsspektrum der geistigen Elite. Das Anknüpfen an moderne Traditionen in der Kunst (Klassische Avantgarde) und die Konfrontation der deutschen Öffentlichkeit mit den künstlerischen Innovationen des europäischen Auslands sind Leitlinien dieser kollektiven Erneuerung. Das Seminar wird sich der Vielfalt der Entwicklung in Kunst und Kultur jener Jahre entlang einer Untersuchung von zentralen Künstlern, Künstlergruppen, Ausstellungen, Institutionen, Kunstkritiken und Schriften zu Kunst und Ästhetik widmen. Kunsthochschule Kassel Uni Kassel WiSe 2011/12 Kunstwissenschaft Prof. Dr. Hemken Kai Uwe