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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Recht haben oder Recht bekommen Sprache und Argumentation GS 3.1 Modulzuordnung L2 M5 L3 M8

Aus sprachphilosophischer Sicht beschäftigt sich das Seminar mit dem Verhältnis von Sprache, Denken und Wirklichkeit. Man könnte „Argumentation“ zunächst wie folgt erklären: Wer argumentiert, will einem anderen klarmachen, welche Ansicht von der Wirklichkeit die richtige ist. Wenn man sich mit...

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Aus sprachphilosophischer Sicht beschäftigt sich das Seminar mit dem Verhältnis von Sprache, Denken und Wirklichkeit. Man könnte „Argumentation“ zunächst wie folgt erklären: Wer argumentiert, will einem anderen klarmachen, welche Ansicht von der Wirklichkeit die richtige ist. Wenn man sich mit dieser Auffassung begnügt, dann müsste man gute Argumentation daran erkennen können, dass es eine Übereinstimmung zwischen Denken und Wirklichkeit gibt. Es wäre also ausschließlich eine Aufgabe der für den jeweiligen Weltbezirk zuständigen Fachwissenschaft, die Qualität von Argumentationen zu überprüfen. Dieser Ansatz kann unserer Lebenswirklichkeit nicht gerecht werden. Denn oftmals ist es gar nicht möglich, wissenschaftliche Expertisen zu einem bestimmten Problem einzuholen, oder die eingeholten Expertisen zeigen widersprüchliche Tendenzen auf, so dass sie wiederum nur Expertenmeinungen darstellen, die selbst wieder argumentativ abgesichert werden müssen. Um den richtigen Umgang mit Argumenten zu erlernen, kommt man also nicht umhin, den Blick auf Sprache zu lenken. Denn die so genannte Wirklichkeit stellt sich uns immer nur als eine sprachlich vermittelte dar. Vor diesem gedanklichen Hintergrund beschäftigt sich das Seminar, mit sprachlichen Mustern, die benutzt werden, um andere zu überzeugen, aber auch mit solchen sprachlichen Mustern, die herangezogen werden, um andere zu überreden. Dabei wird es immer wieder neu zu diskutieren sein, wo die Grenzlinie zwischen überzeugen und überreden bzw. zwischen einer Sprache des aufgeklärten Diskurses und einer Sprache der Fundamentalisten zu ziehen ist. Ziel ist es, sowohl rezeptiv interpretatorische als auch produktiv gestalterische Kompetenzen im Umgang mit argumentativen Texten zu entwickeln und daraus neue Konzepte für den Deutschunterricht zu erarbeiten, die über die schlichte Einführung des Erörterungsaufsatzes in Klasse 8 oder 9 hinausgehen. Dagfinn Föllesdal u.a.. Rationale Argumentation. Berlin 1986 Manfred Kienpointner. Vernünftig argumentieren. Reinbek bei Hamburg 1996 Hubert Schleichert. Wie man mit Fundamentlisten diskutiert ohne den Verstand zu verlieren. München 1997 Chaim Perelman. Logik und Argumentation. Weinheim 1994 Heinrich F. Plett. Einführung in die rhetorische Textanalyse. Hamburg 1985 FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel SS2007 Dr. Müller Christoph