Uni-Essen
14. März 2017Seminar SE Grundlagenkurs Kulturphilosophie Kollektive Intentionalität
Was ist der Unterschied zwischen dem Spazierengehen neben einer anderen Person und dem Spazierengehen mit ihr? Es scheint klar, dass der Unterschied darin liegen muss, dass die Betreffenden -zusammen- spazieren gehen. Wodurch machen sie es aber zusammen? Und was macht...
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Jetzt Lernplan erstellenWas ist der Unterschied zwischen dem Spazierengehen neben einer anderen Person und dem Spazierengehen mit ihr? Es scheint klar, dass der Unterschied darin liegen muss, dass die Betreffenden -zusammen- spazieren gehen. Wodurch machen sie es aber zusammen? Und was macht es aus, dass eine Gruppe von Personen als Mannschaft, und nicht als bloße Addition von Individuen ein Ziel verfolgt? Schließlich: Gibt es so etwas wie die gemeinsame Verfolgung eines Ziels durch eine ganze Nation?
In all diesen Fällen sieht es aus, wie wenn das Haben eines gemeinsamen Ziels über die bloße Konjunktion individueller Ziele hinausgeht. Falls es aber keine kollektiven Subjekte jenseits der sie konstituierenden Individuen gibt, ist es alles andere als klar, wie das sein kann. Können wir durch das gemeinsame Verfolgen von Zielen nicht nur Objekt, sondern auch Subjekt der mentalen Einstellungen Anderer werden? Manche Autoren sind der Meinung, dass die besondere Fähigkeit zum Teilen mentaler Einstellungen wesentlich dafür verantwortlich ist, dass Menschen gemeinsame kulturelle und gesellschaftliche Strukturen aufbauen. So gesehen, würde die Ontologie des Sozialen in einer besonderen Dimension der Philosophie des Geistes gründen. Im Vertiefungskurs werden wir die Debatten zum Verständnis und zu den Konsequenzen kollektiver Intentionalität kritisch rekonstruieren.
Teilnahmevoraussetzungen:
Bereitschaft zu regelmäßiger Anwesenheit, zur wöchentlichen Lektüre der Textgrundlage sowie zu engagierter mündlicher Mitarbeit.
H.B Schmid & D. Schweikard (Hg.), Kollektive Intentionalität. Eine Debatte über die Grundlagen des Sozialen, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2009.
Philosophie
Universität Duisburg-Essen
SS 2011
Professor
Roughley Neil