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Uni-Essen
14. März 2017

Seminar SE Kulturphilosophie Die Philosophie Ernst Cassirers

Der lange Zeit unterschätzte Philosoph Ernst Cassirer (1874-1945) gilt als Begründer einer universalen Philosophie der Kultur. Diese hat er insbesondere in den umfangreichen Werken Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (4 Bde., EA 1906-1957) und Philosophie...

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Der lange Zeit unterschätzte Philosoph Ernst Cassirer (1874-1945) gilt als Begründer einer universalen Philosophie der Kultur. Diese hat er insbesondere in den umfangreichen Werken Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (4 Bde., EA 1906-1957) und Philosophie der symbolischen Formen (3 Bde., EA 1923-1929) entwickelt. Seine Kulturphilosophie zeichnet sich sowohl durch eine weitgehende Einbeziehung philosophie- und ideengeschichtlicher Positionen als auch durch eine Berücksichtigung jüngster Strömungen einzelwissenschaft­lichen Denkens aus. Die übliche Charakterisierung Cassirers als reiner -Neukantianer- (der sog. -Marburger Schule-) greift vielfach zu kurz. In seiner Version eines -kritischen Idealismus- geht es darum, -(objektives) Sein- und -(subjektives) Denken- als Momente eines Prozesses zu begreifen. Die zentrale Denkfigur bildet dabei der Begriff -symbolische Form-, in dem vor allem Kantische und Goethesche Impulse vereinigt werden. Als -symbolische Formen- werden die verschiedenen kulturellen Symbolsysteme (Mythos, Kunst, Religion, Sprache, Wissenschaft usw.) bezeichnet, mit denen wir – nach je eigenen struktur­stiftenden Prinzipien – unser Welterfassen ordnen. Es sind die Formen unseres Weltverstehens. Die ursprüngliche Funktion des Symbolischen gilt ihm dabei als ein echtes -Urphänomen-. Anstatt den Menschen als animal rationale, möchte Cassirer ihn lieber als ein -symbolverwendendes Tier- – als animal symbolicum – definieren. Als Textgrundlage kann dienen: Ernst Cassirer: Wesen und Wirkung des Symbolbegriffs; Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1956 u.ö. Der Band versammelt vier kürzere Abhandlungen Cassirers: -Die Begriffsform im mythischen Denken-, -Sprache und Mythos-, -Der Begriff der symbolischen Form im Aufbau der Geisteswissenschaften- sowie -Zur Logik des Symbolbegriffs-. Auf der Grundlage dieser Texte können die zentralen Ideen und Konzeptionen seines Philosophierens gemeinsam geklärt und diskutiert werden. Philosophie Universität Duisburg-Essen WiSe 2014/15 Dr. phil. Goeres Ralf