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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Semantik GS 1.3 SpWiss

Semantik -Bist du hier nicht glücklich gewesen?- – -Nein, nur lustig.- Dieser Auszug aus Henrik Ibsens Theaterstück -Nora- veranschaulicht, dass Sprecher die Bedeutungen sprachlicher Zeichen genau abwägen. -glücklich-, -lustig- – Für die junge Frau, die auf die Frage ihres Ehemannes...

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Semantik -Bist du hier nicht glücklich gewesen?- – -Nein, nur lustig.- Dieser Auszug aus Henrik Ibsens Theaterstück -Nora- veranschaulicht, dass Sprecher die Bedeutungen sprachlicher Zeichen genau abwägen. -glücklich-, -lustig- – Für die junge Frau, die auf die Frage ihres Ehemannes antwortet, bedeuten diese beiden Wörter offenbar nicht dasselbe. Aber wo genau liegt der Unterschied und wie lässt er sich beschreiben? Ergibt sich der Bedeutungsunterschied nur aus der Situation heraus oder ist er im System der deutschen Sprache, also im mentalen Lexikon der Sprecher des Deutschen fest verankert? Verraten Bedeutungskonzepte wie -glücklich- und -lustig- etwas über die Art und Weise, wie Sprecher des Deutschen die Welt wahrnehmen und gedanklich verarbeiten? Semantik untersucht die Bedeutung einfacher und zusammengesetzter sprachlicher Ausdrücke. Dabei abstrahiert die Semantik vom Äußerungskontext und versucht Strukturen des mentalen Lexikons zu modellieren. Im Zuge dieser Untersuchungen stellt sie sich auch der Frage nach dem Zusammenhang zwischen Sprache, Denken und Wirklichkeit. Das Seminar bietet eine Einführung in die Semantik. Es stellt strukturalistische und kognitivistische Ansätze der Bedeutungsbeschreibung vor und zeigt auf, inwiefern semantische Betrachtungen zur Entwicklung von Sprachaufmerksamkeit und Sprachbewusstheit beitragen. Literatur Kirsten Adamzik. Sprache: Wege zum Verstehen. Tübingen 2001 Jean Aitchison. Wörter im Kopf. Eine Einführung in das mentale Lexikon. Tübingen 1997 S.I. Hayakawa. Sprache im Denken und Handeln. Darmstadt o.J. Angelika Linke u.a.. Studienbuch Linguistik. Tübingen 2001 Sebastian Löbner. Semantik. Berlin 2003 FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel WS 2008/2009 Germanistik HF Dr. Müller Christoph