Inhalt Genussysteme bzw. allgemein: Nominalklassifikationssysteme unterscheiden sich nicht nur zwischen europäischen und ,exotischen Sprachen, sondern auch zwischen europäischen Sprachen, ja sogar auch zwischen europäischen Sprachen, die derselben Sprachfamilie angehören (z. B. Deutsch vs. Englisch). Da Genera, insbesondere Femininum und Maskulinum,...
Was lernst du wirklich?
Dieses Seminar erforscht, wie grammatische Geschlechter in Sprachen (wie Deutsch) unsere Denkweise beeinflussen könnten, insbesondere durch Assoziationen mit biologischem Geschlecht. Wir werden uns mit moderner Fachliteratur auseinandersetzen und eigene kleine Forschungsprojekte entwickeln, um dieser spannenden Frage auf den Grund zu gehen. Dabei lernst du, wie sich Genussysteme weltweit unterscheiden und welche Rolle sie in der Sprachtypologie spielen.
Das wirst du lernen
Du verstehst die Vielfalt von Genus- und Nominalklassifikationssystemen in verschiedenen Sprachen.
Du kannst kritisch analysieren, wie grammatisches Geschlecht möglicherweise Denkprozesse beeinflusst.
Du entwickelst Fähigkeiten im Entwurf kleiner wissenschaftlicher Forschungsprojekte im Bereich der Linguistik.
Du lernst, aktuelle Fachliteratur zur Sprachtypologie und Kognition zu bewerten und anzuwenden.
Du erwirbst fundiertes Wissen über das Genussystem des Deutschen und seine Besonderheiten.
Passende Berufsfelder
Sprachwissenschaftliche Forschung und LehreInterkulturelle Kommunikation und TrainingEntwicklung von Sprachlernmaterialien und CurriculaUX/UI Design (Sprachliche Gestaltung von Benutzeroberflächen)Natural Language Processing (NLP) und Künstliche Intelligenz
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Inhalt
Genussysteme bzw. allgemein: Nominalklassifikationssysteme unterscheiden sich nicht nur zwischen europäischen und ,exotischen Sprachen, sondern auch zwischen europäischen Sprachen, ja sogar auch zwischen europäischen Sprachen, die derselben Sprachfamilie angehören (z. B. Deutsch vs. Englisch). Da Genera, insbesondere Femininum und Maskulinum, Sexus-Assoziation hervorrufen können, stellt sich deshalb u. a. die Frage, ob sich die Denkprozesse der SprecherInnen von unterschiedlichen Genussprachen wegen der unterschiedlichen (oder eben fehlenden) Sexus-Assoziationen unterscheiden.
Dieser Frage wollen wir einerseits mithilfe moderner Fachliteratur nachgehen. Andererseits sollen aber auch, ausgehend von dieser Fachliteratur, eigene kleine wissenschaftliche Projekte/Testformate entworfen werden, die zur Klärung dieser Frage beitragen können.
Um sich mit der Frage ,Genus und Sexus auseinandersetzen zu können, muss man sich natürlich auch mit der Wortkategorisierung ,Genus (bzw. ,Nominalklassifikation) im Allgemeinen und mit dem Genus des deutschen Substantivs im Besonderen beschäftigen. Dabei sollen auch die Erkenntnisse der Sprachtypologie mit einbezogen werden. Als verwandtes Thema ist dabei auch die Numeralklassifikation (ein Stück Streuselkuchen, zwei Stangen Spargel, fünf Bund Radieschen, ein Kopf Blumenkohl, drei Scheiben Brot) heranzuziehen.
Die Herangehensweise des Seminars ist rein wissenschaftlich. Normative, sprachpflegerische oder ideologische Aspekte spielen keine Rolle.
Sex und Syntax ist übrigens die Überschrift des vorletzten Kapitels des sehr lesenswerten Buches Im Spiegel der Sprache von Guy Deutscher (2013: 223ff.).
Leistung
Der Erwerb einer Studien- oder Prüfungsleistung setzt voraus, sich an einer Arbeits-/Projektgruppe zu beteiligen. Die Arbeit in den Gruppen muss dabei gleichmäßig verteilt sein.
Prüfungsleistung durch Hausarbeit/Semesterarbeit, durch mündliche Präsentation (Diskussionsleitung und mündliches Kolloquium) oder durch Projektarbeit.
Deutscher, Guy (2013): Im Spiegel der Sprache. Warum die Welt in anderen Sprachen anders aussieht? München: DTV (dtv 34754). [engl. Orig. 2010]
Bemerkung
SprWiss
FB 02 Institut für Germanistik
Uni Kassel
WiSe 2016/17
Germanistik/Deutsch
Prof. Dr.
Ágel Vilmos