Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Feste Wortverbindungen in Theorie und Praxis
Inhalt Feste Wortverbindungen (Phraseologismen) wie Eulen nach Athen tragen, X kriegt die Kuh vom Eis, Morgenstund hat Gold im Mund, blinder Passagier, ein weites Feld, Hier ist der Berliner Rundfunk, Deutschland sucht den X usw. prägen entscheidend sowohl die Sprachstruktur...
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Feste Wortverbindungen (Phraseologismen) wie Eulen nach Athen tragen, X kriegt die Kuh vom Eis, Morgenstund hat Gold im Mund, blinder Passagier, ein weites Feld, Hier ist der Berliner Rundfunk, Deutschland sucht den X usw. prägen entscheidend sowohl die Sprachstruktur als auch den Sprachgebrauch. Sie bilden Typen der sprachlichen Routine, was aber kein Gegenbegriff zur Kreativität ist, im Gegenteil: Unsere sprachliche Kreativität basiert in erster Linie nicht auf der Generierung von Sätzen aus Wörtern und Phrasen, sondern auf der Füllung von Slots in offenen phraseologischen Wortverbindungen und auf der Kombination und Modifikation von Phraseologismen.
Im theoretischen Teil des Seminars wollen wir die wichtigsten phraseologischen Konzepte und Klassifikationen kennenlernen, um mithilfe dieses theoretischen Instrumentariums praktische Analyseformate zu entwerfen und durchzuführen (z. B. Fragebogen-Erhebungen). Was ist damit gemeint?
Im praktischen Teil des Seminars sollen/können folgende Fragen im Mittelpunkt stehen:
• Überprüfung von Bekanntheit und/oder Gebrauch von Phraseologismen, die in Wörterbüchern verzeichnet sind
• Überprüfung von Bekanntheit und/oder Gebrauch von Phraseologismen, die Werbeanzeigen, Werbespots etc. vorkommen;
• Überprüfung der stilistischen (-ugs.-, -geh.- o. ä.) Markierungen von Phraseologismen, die in Wörterbüchern verzeichnet sind;
• Überprüfung der nationalen oder regionalen Markierungen (-österr.-, -süddt.-, -norddt.-, -berlinerisch- etc.) von Phraseologismen, die in Wörterbüchern verzeichnet sind;
• Regionale Besonderheiten oder Varianten von Phraseologismen, etwa am Beispiel phraseologischer Vergleiche (frech wie …., müde wie …, stolz wie …, hungrig wie …);
• Empirische Ermittlung der ,Normalformen‘ von Phraseologismen: In welcher Variante tauchen sie am häufigsten bzw. typischerweise auf?
• Wie müsste ein für DaF-Lerner optimaler Wörterbucheintrag für bestimmte Phraseologismen lauten?
• Untersuchung ausgewählter literarischer Werke auf ihre phraseologischen Wortverbindungen.
Mit dem Seminar wollen wir neue und hoffentlich innovative Analysewege ausprobieren. Dies bedarf der Bereitschaft, selber Ideen zu entwickeln, diese im Seminar zur Diskussion zu stellen und dann umzusetzen. M. a. W., es ist notwendig, parallel zum theoretischen Teil des Seminars Zeit in die Vorbereitung und Durchführung von praktischen Analysen zu investieren.
Leistung
Der Besuch des Seminars setzt grundsätzlich die Bereitschaft voraus, sich – unabhängig davon, ob man eine Prüfungsleistung braucht oder nicht – an einer Arbeitsgruppe zu beteiligen. Die Arbeit in den Gruppen muss dabei gleichmäßig verteilt sein.
Prüfungsleistung durch Hausarbeit/Semesterarbeit, durch mündliche Präsentation (Diskussionsleitung und mündliches Kolloquium) oder durch Projektarbeit. Der Erwerb von Studienleistungen und Schlüsselkompetenzen ist selbstverständlich auch möglich.
FB 02 Institut für Germanistik
Uni Kassel
WiSe 2014/15
Germanistik binational
Prof. Dr.
Ágel Vilmos