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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Soziale Relevanz der Gesellschaftswissenschaften

Die Frage direkter Interaktions- und Transferbeziehungen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren stellt ein Schlüsselthema für Universitäten dar. Derartige Aktivitäten werden in den Natur- und Ingenieurwissenschaften bereits auf vielfältige Art und Weise untersucht. Hier besteht ein weitgehender Konsens...

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Die Frage direkter Interaktions- und Transferbeziehungen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren stellt ein Schlüsselthema für Universitäten dar. Derartige Aktivitäten werden in den Natur- und Ingenieurwissenschaften bereits auf vielfältige Art und Weise untersucht. Hier besteht ein weitgehender Konsens hinsichtlich der Indikatoren für den direkten Wissens- und Technologietransfer sowie hinsichtlich zentraler Formen und Kanäle des Transfers. Für die Gesellschaftswissenschaften sind derartige Phänomene jedoch noch weitgehend unerforscht. Weder stehen allgemein anerkannte Transferindikatoren noch hinreichendes Wissen über Formen und Kanäle des Transfers zur Verfügung; auch die Folgen sind noch nicht systematisch erfasst und reflektiert. Das Offenlegen und die kritische Reflexion von Interaktionsbeziehungen (z. B. in Politik beratenden Gremien oder in Kooperation mit Schulen und Museen) sind jedoch für die Gesellschaftswissenschaften von vitaler Bedeutung – um bei der zunehmenden Einforderung des Nachweises der sozialen Relevanz, d. h. des Nutzens der Gesellschaftswissenschaften für die Gesellschaft nicht ins Hintertreffen zu geraten. Doch wie lässt sich soziale Relevanz von gesellschaftswissenschaftlicher Forschung und Lehre sowie der Wissenstransfer bestimmen? Gegenwärtig gibt es keine zutreffende und anerkannte Definition von sozialer Relevanz, d. h. der unterstellte Nutzen von Gesellschaftswissenschaften ist nur schwer und wortreich zu beschreiben. Rein ökonomische Indikatoren und Kriterien sind einseitig und greifen zu kurz. Im Seminar soll gemeinsam eine Definition von sozialer Relevanz am Beispiel der gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen Soziologie, Psychologie, Erziehungs-, Geschichts-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften erarbeitet werden. Dazu beschäftigen wir uns mit den Fragen, was ist Wissen in den genannten Beispieldisziplinen, wie wird es in Forschung und Lehre generiert, weitergegeben und wie funktioniert Wissenstransfer als (inter-)aktiver Austauschprozess? Wissenstransfer umfasst alle Aktivitäten, die Forschung und Lehre zuzurechnen sind sowie (inter-)aktive Austauschprozesse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Studierenden mit gesellschaftlichen Akteuren aus den Bereichen Kultur, Politik, Soziales, Wirtschaft, etc. Traditionell sind die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zumeist indirekter Natur. Dies gilt aufgrund der Ergebnisoffenheit und Unsicherheit sowohl für die Forschungs- als auch für die Bildungs- und Ausbildungsfunktion. In Ergänzung hierzu wird in neueren Arbeiten der interdisziplinären Hochschul- und Wissenschaftsforschung auch von einer -dritten akademischen Mission- gesprochen, die in der Erzeugung direkten Nutzens für die involvierten gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren durch Wissenstransfer besteht. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2012/13 Politik und Wirtschaft Schneijderberg Christian