Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Soziologische Perspektiven auf populäre Musik
Popmusik (populäre Musik, Popularmusik,…) ist weit mehr als nur ein musikalisches Genre. Sie kann alltäglicher Begleiter, Lebensstil, politisches Statement und vieles mehr sein. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist sie zudem immer wieder zum Gegenstand zeitdiagnostischer, soziologischer Analysen geworden. Ausgehend...
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Jetzt Lernplan erstellenPopmusik (populäre Musik, Popularmusik,…) ist weit mehr als nur ein musikalisches Genre. Sie kann alltäglicher Begleiter, Lebensstil, politisches Statement und vieles mehr sein. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist sie zudem immer wieder zum Gegenstand zeitdiagnostischer, soziologischer Analysen geworden.
Ausgehend von der These, dass Popmusik sich nicht substanziell, sondern nur als ein diskursives und damit variables sowie umkämpftes Konzept fassen lässt, wollen wir uns im Seminar mit verschiedenen soziologischen Perspektivierungen des Populären in der Musik beschäftigen. Dabei werden wir uns auf drei thematische Linien konzentrieren: Popmusik und ihre technischen bzw. institutionellen Rahmenbedingungen (Production-of-Culture-Perspektive, Musikindustrie und Digitalisierung,…), Popmusik zwischen kulturindustriellem -Massenbetrug- (Adorno/Horkheimer) und Ermächtigung (Cultural Studies) sowie Popmusik und Distinktion (Bourdieu, Thornton, Peterson,…).
Dabei werden unter anderem folgende Fragen aufgeworfen:
Welchen Einfluss haben technische und institutionelle Rahmenbedingungen auf musikalische Kreativität und Innovation? Welche Rolle ist dabei den gegenwärtigen Transformationsprozessen im Zuge der Digitalisierung zu attestieren? In welchem Verhältnis stehen hier z.B. Autonomisierung und Entprofessionalisierung?
Inwiefern wird durch die kulturindustrielle Produktion von Kulturwaren das Freiheitsversprechen der Kunst unterminiert? Oder kann Pop nicht vielmehr auch zum Ausdruck (subkulturellen) Protests werden? Welche Spielräume kreativen Umgangs bieten gerade die Waren der Kulturindustrie? Oder leben wir mittlerweile in einer -Popgesellschaft-, die auch das Image der Subversion schon längst für sich vereinnahmt hat?
Welche Rolle spielen kulturelle Legitimität und Hierarchisierung in Hinblick auf Popmusik? Was bedeutet z.B. der Begriff des -Mainstreams- in diesem Zusammenhang? Ist das Populäre immer schon das Minderbewertete? Oder kann Pop heute auch zur Demonstration sozialer Superiorität genutzt werden?
Die Seminarliteratur wird zu Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben!
Zur Vorbereitung empfohlen:
Gebesmair, Andreas (2008): Dimensionen der Popmusik. In: Ders., Die Fabrikation globaler Vielfalt. Struktur und Logik der transnationalen Popmusikindustrie. Bielefeld: transcript, S. 41-58.
Hecken, Thomas (2012): Pop-Konzepte der Gegenwart. In: Pop. Kultur und Kritik. Heft 1, Herbst 2012, S. 88-106:
http://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/pop/article/view/755/720
Wicke, Peter (1992): -Populäre Musik- als theoretisches Konzept. In: PopScriptum 01 - Begriffe und Konzepte, S. 6-42:
http://www2.hu-berlin.de/fpm/popscrip/themen/pst01/pst01_wicke.htm
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2014/15
Politik und Wirtschaft
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