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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Soziologische Theorie Norm und Konflikt

Was ist damit gemeint und was muss man darunter verstehen, wenn die Soziologie dem Wortsinn nach die »Lehre von der Gesellschaft« ist? Betreibt und studiert man Soziologie, ist man mehr als in anderen Fächern mit dem Problem konfrontiert, den genauen...

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Was ist damit gemeint und was muss man darunter verstehen, wenn die Soziologie dem Wortsinn nach die »Lehre von der Gesellschaft« ist? Betreibt und studiert man Soziologie, ist man mehr als in anderen Fächern mit dem Problem konfrontiert, den genauen Gegenstandsbereich des eigenen Faches zu bestimmen. Um über »die Gesellschaft« zu forschen, bedarf es daher immer auch theoretischer Grundannahmen darüber, was der Gegenstandsbereich der Soziologie ist (in Abgrenzung etwa zu anderen Fächern) und was die Soziologie erklären soll oder kann. Diese Fragen verweisen auf die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit soziologischer Theorie. Einen möglichen Zugang zu den verschiedenen Ebenen und Grundpositionen soziologischer Theoriebildung stellen fundamentale Kontroversen bzw. Konfliktlinien dar, die die Soziologie wiederkehrend beschäftigen. Jene Kontroversen stecken auf markante Weise die Problemdimensionen des Fachs ab. Zugleich zeigen sie in exemplarischer Form sowohl die verschiedenen, konkurrierenden Paradigmen als auch die verbindenden Elemente der Soziologie. Anstatt also einzelne Autoren vertiefend zu lesen, soll im Seminar ein spezifischer Problemkreis gesellschaftlicher Wirklichkeitsdeutung erschlossen und diskutiert werden. Das im Seminar zu behandelnde Verhältnis von Norm und Konflikt betrifft eine Grundfrage der Soziologie ebenso wie der politischen Theorie: wie sich soziale Ordnung stiftet und erhält. Die Grundidee des Seminars besteht darin, dass der Erhalt von Normen und sozialer Ordnung gerade nicht aus der Abwesenheit (oder der Abwehr/Leugnung) von Konflikten und Streit resultiert: stattdessen sind Konflikte wesentlich an der Etablierung von Ordnung beteiligt und in dem Sinne auch fundamental für die moderne (demokratische!) Gesellschaft. Neben Klassikern in Bezug auf den Begriff der Norm (Heinrich Popitz, Ralf Dahrendorf) und die Konflikttheorie (Georg Simmel, Lewis A. Coser) sollen exemplarische Texte gelesen werden, mit denen das Verhältnis von Norm/normativer Ordnung und Konflikt/Streit genauer in den Blick genommen werden kann (Jürgen Habermas, Robert K. Merton). Anschließend beschäftigen wir uns im Seminar mit neueren Ansätzen der Soziologie, die in Bezug auf diese Fragen besonders vielversprechend erscheinen (Bruno Latour, Alain Ehrenberg). Zur Vorbereitung zum Thema ist empfohlen: Simmel, Georg (1992): Der Streit, in: Simmel, Georg (Hrsg.): Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S. 284382.   Zur Vorbereitung und allgemeinen Einführung in den Gegenstandsbereich der soziologischen Theorie sind empfohlen: Jörn Lamla/Henning Laux/Hartmut Rosa/David Strecker (Hg.): Handbuch der Soziologie. Konstanz: UVK (Reihe: UTB), 2014. Hans Joas/ Wolfgang Knöbl: Sozialtheorie. 20 einführende Vorlesungen, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004 (2. Aufl.). Hartmut Rosa/ David Strecker/ Andrea Kottmann: Soziologische Theorien, Konstanz: UVK, 2013 (2. Aufl.). Georg Kneer/Stephan Moebius (Hg.): Soziologische Kontroversen - Beiträge zu einer anderen Geschichte der Wissenschaft vom Sozialen, Frankfurt: Suhrkamp, 2010. Peter Wagner: Soziologie der Moderne, Frankfurt/NY: Campus, 1995. Lars Gertenbach/Heike Kahlert/Stefan Kaufmann/Hartmut Rosa/Christine Weinbach: Soziologische Theorien, Stuttgart: UTB (Fink), 2009. Bemerkung Wichtiger Hinweis zur Anmeldung: Die Plätze in den Seminaren des Moduls -Basis 1: Soziologische Theorien- werden nach einem automatisierten Belegungsverfahren vergeben. Bitte beachten Sie hierfür die Erläuterungen unter dem Punkt -Belegungsfrist- (siehe oben). Die Anmeldefrist läuft vom 02.03.2016, 08:00 Uhr, bis zum 03.04.2016, 23:59 Uhr! Bei Problemen melden Sie sich bitte über -Meine Funktionen- --> -Veranstaltungen meines Studiengangs mit Prioritätenvergabe- an. Begleitend zum Seminar wird es ein Tutorium geben, das immer donnerstags von 16 bis 18 Uhr stattfindet (Systembau 3, Moritzstr., Raum 0308). Voraussetzungen Wichtige Voraussetzung der Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft, sich mit schwierigen Texten differenziert auseinanderzusetzen, diese für die Sitzungen vorzubereiten und aktiv zu den Diskussionen im Seminar beizutragen. Der genaue inhaltliche Plan und die zu lesenden Texte werden in der ersten Seminarsitzung vorgestellt. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Wichtige Voraussetzung der Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft, sich mit schwierigen Texten differenziert auseinanderzusetzen, diese für die Sitzungen vorzubereiten und aktiv zu den Diskussionen im Seminar beizutragen. Der genaue inhaltliche Plan und die zu lesenden Texte werden in der ersten Seminarsitzung vorgestellt. Uni Kassel SoSe 2016 Soziologie HF Dr. Gertenbach Lars