Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Spaziergänge zur Stadtvegetation und zur Freiraumplanung
-Spaziergänge sind eine -Art, Geschichten zu verstehen-. Geschichten sind ... Wirklichkeiten . Sie lassen sich aber nicht in Fakten ummünzen, weil dann der Sinn für die Analogie verloren ginge. Spaziergänge sind neugierig gegenüber dem Bekannten, die sie mit dem Unerwarteten,...
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Jetzt Lernplan erstellen-Spaziergänge sind eine -Art, Geschichten zu verstehen-. Geschichten sind ... Wirklichkeiten . Sie lassen sich aber nicht in Fakten ummünzen, weil dann der Sinn für die Analogie verloren ginge. Spaziergänge sind neugierig gegenüber dem Bekannten, die sie mit dem Unerwarteten, Unbekannten prüfen.(K.H. Hülbusch 1996: Vegetationskundige Spaziergänge, Notizbuch der Kasseler Schule 40)
Gegenstand der Spaziergänge ist die spontane Vegetation der Stadt, also das 'was von selbst wächst'. Dieser alltägliche Gegenstand ist jedem und jeder bekannt. Auch wenn der Einzelnen mit den Arten nicht vertraut ist, kann er die Vegetation lesen. Er erkennt und nutzt den Trampelpfad, sieht an hoch aufwachsendem 'Unkraut', daß ein Grundstück brach liegt und somit unreglementiert zu nutzen ist.
Im professionellen Kontext gilt es, diese Alltagswahrnehmung bewußt zu machen. Die Vegetation ist so betrachtet Indiz, die Nutzung und Nutzungsmöglichkeiten Freiräume der Stadt zu verstehen. Ebenso können mit ihrer Kenntnis die Einschränkungen des Gebrauchs durch Bau- und Freiraumstruktur wie durch Stadtgrünpflege verstanden werden. Das Seminar ist ganz praktisch. Nach einer Einführung in die Vegetation der Stadt, in das pflanzensoziologische System der Pflanzengesellschaften und in deren dymanischen Beziehungen führen Spaziergänge (Doppelstunden) durch verschiedene Freiräume Kassel. Dabei werden wir die Vegetation zunächst floristisch (welche Art) und pflanzensoziologisch (welche Pflanzengesellschaft) betrachten. Wir werden der Frage nachgehen, welche Vegetation wo, warum in städtischen Freiräumen gedeiht und welchen Gebrauch sie ermöglicht. Diese Debatte wird weniger von floristischer und vegetationskundlicher Kenntnis, sondern von der Vergegenwärtigung des mitgebrachten Alltagswissens getragen.
Literatur(Auswahl):
Andritzky, A. u. Spitzer, K. (Hg.) 198: Grün in der Stadt. rororo. Reinbeck bei Hamburg.
Böse, H. 1981: Die Aneignung von städtischen Freiräumen. Arbeitsbericht des Fachbereichs Stadt- und Landschaftsplanung 22. Kassel. Böse-Vetter, H. (Red..) 1989: Nachlese Freiraumplanung. Aufsätze zur Freiraumplanung und Vegetationskunde. Notizbuch der Kasseler Schule 10. Kassel. Hard, G. 1990; Hard-Ware. Aufsätze zur Stadtvegetation. Notizbuch der Kasseler Schule 18. Kassel.
Hard, G. 1998: Ruderalvegetation. Ökologie & Ethnoökologie, Ästhetik & -Schutz-. Notizbuch der Kasseler Schule 49. Kassel.
Hülbusch, K.H. Grünplanung ist keine Freiraumplanung. Der große Unterschied. Notizbuch der Kasseler Schule 64: 163-193. Kassel. Kienast, D. 1978: Die spontane Vegetation der Stadt Kassel. urbs et regio 10. Kassel.
Krah, G. 1987: Mini-Kienast. Synthetische Übersicht über die Stadtvegetation Kassels. Notizbuch der Kasseler Schule 4. Kassel.
Krah, G. 1988: Differenzierung der Wahrnehmung nach Sozialstatur der Bewohner und Lagewert der Quartiere. Notizbuch der Kasseler schule 11. 104-111. Kassel.
Sauerwein, B. 1989: Die Vegetation der Stadt. Notizbuch der Kasseler Schule 11. Kassel.
FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Uni Kassel
SS2006
Architektur
Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung
Dipl.-Ing.
Sauerwein Bernd