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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Sprache 8211 Macht 8211 Raum herrschaftskompatible Sprachspiele 8211 soziolinguistische Studien und ihre Impulse für gesellschaftswissenschaftliche Analysen

Auf verschiedenen Ebenen wird in dieser Veranstaltung Sprache als konstituierendes Element betrachtet und analysiert, wenn es um die Produktionsstätten von Weltbildern/-sicht, von Gesellschafts- und Wissensformierungen geht. Sprache fungiert als wesentlicher Generator, wenn es um die Dimensionierung von Wahrnehmung und Wahrnehmbarmachung...

Was lernst du wirklich?

In diesem Seminar untersuchst du, wie Sprache nicht nur unsere Weltbilder und unser Denken formt, sondern auch Machtverhältnisse und soziale Realitäten konstituiert. Du lernst, wie Sprachspiele Wahrnehmung steuern und welche Rolle sie in öffentlichen, institutionellen und privaten Kontexten spielen. Dabei werden auch Fragen nach dem Unsagbaren und den Möglichkeiten des Widerstands durch Sprache beleuchtet.

Das wirst du lernen

  • Die konstituierende Rolle von Sprache für Weltbilder, Gesellschaft und Wissen analysieren können.
  • Verstehen, wie Sprachspiele Wahrnehmung steuern und Bedeutungen sichtbar oder unsichtbar machen.
  • Den Zusammenhang zwischen Sprache, Macht und Raum in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten kritisch hinterfragen.
  • Strategien zur Analyse von öffentlichem, administrativem und individuellem Sprachgebrauch anwenden.
  • Die Bedeutung nonverbaler Ausdrucksformen und des 'Nicht-Sagbaren' im Diskurs reflektieren.
  • Die Konzepte des 'linguistic turn' und 'cultural turn' in den Sozialwissenschaften einordnen.

Passende Berufsfelder

Sozialforschung und Wissenschaft (z.B. Soziologie, Linguistik, Kulturwissenschaften)Kommunikationsberatung und Public RelationsPolitikberatung und öffentliche VerwaltungJournalismus und MedienarbeitOrganisationsentwicklung und Change Management

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Offizielle Kursbeschreibung

Auf verschiedenen Ebenen wird in dieser Veranstaltung Sprache als konstituierendes Element betrachtet und analysiert, wenn es um die Produktionsstätten von Weltbildern/-sicht, von Gesellschafts- und Wissensformierungen geht. Sprache fungiert als wesentlicher Generator, wenn es um die Dimensionierung von Wahrnehmung und Wahrnehmbarmachung (aber auch Unsichtbarmachung) von Bedeutungen geht. Der Kerneinsicht folgend, daß wir etwas mit Sprache machen und gleichsam Sprache/Sprachspiele etwas mit uns, mit unserem Denken machen, werden interdisziplinäre Forschungsfelder eröffnet (aus den Bereichen Raumbildung-Bildungsräume, Raumsoziologie, …, …, …). Empiriebezogene, konkrete Kontexte des öffentlichen, administrativen, institutionalisierten Sprachgebrauchs sollen in dieser Veranstaltung genauso eine Rolle spielen wie -private-, innenweltliche und individuell geprägte Sprachspiele. In diesem Zusammenhang werden auch nonverbale Ausdrucksformen interessant, die sich zunächst als schwierig erweisen, wenn es um Formen der Versprachlichung geht. An dieser Stelle geht es auch um die Suche nach einem -geschützten Raum- für das Nicht-Sagbare (das Nicht-Diskursfähige). – Welche Sprache(n) ist/sind geeignet, um auf eine Ebene von Entscheidungsfindung zu gelangen, welche Sprache(n) werden dagegen -ausgebremst-? – Wer/wessen Sprache wird unter welchen Bedingungen weshalb nicht mehr gehört, nicht mehr hörbar? Welche Handlungsspielräume bieten sich angesichts inkommensurabler Sprachspiele? – Welche Verortungen eröffnen sich für Stimmen des politischen Einspruchs, für Widerstände allgemein (etwa auch im Cyberspace)? – Vor dem Hintergrund solcher Impulsfragen soll im disziplin- und paradigmengeschichtlichen Zusammenhang analysiert werden, was sich in jeweiligen Forschungszusammenhängen hinter einem viel berufenen und viel-sagenden (aber ebenso inflationär verwendeten) -linguistic turn- (häufig in einem engen Verbund mit einem -cultural turn-) verbirgt. Auf der methodischen Ebene sollen text- und inhaltsanalytische Verfahren im Sinne einer verstehenden-, aporetischen Hermeneutik und einer Tiefenhermeneutik -geprüft- werden. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2013/14 Schlüsselkompetenzpool FB05 Prof. Dr. Kruckemeyer Frauke