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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Stadt landschaften als 8222 Archiv der Gesellschaft 8220 en 8211 geographische sozialräumliche Instrumentarien entfaltet im Sinne einer Dechiffrierungskunst

Im Zentrum dieser Veranstaltung steht ein ebenso dynamischer wie komplexer Ansatz zum Verstehen und Interpretieren von Stadtlandschaften: die (Stadt-)Landschaft als -Text- zu begreifen. Der Kerneinsicht folgend, daß wir es sowohl mit komplexen als auch mit hochgradig widersprüchlichen Welten zu tun...

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Im Zentrum dieser Veranstaltung steht ein ebenso dynamischer wie komplexer Ansatz zum Verstehen und Interpretieren von Stadtlandschaften: die (Stadt-)Landschaft als -Text- zu begreifen. Der Kerneinsicht folgend, daß wir es sowohl mit komplexen als auch mit hochgradig widersprüchlichen Welten zu tun haben, soll das Erkenntnispotenzial eines Ansatzes in Szene gesetzt werden, der Spannungsfelder und Aporien nicht zu glätten versucht, sondern vielmehr sie im Sinne einer Kontextsuche erklären und analysieren möchte. Bei dieser Spezialform des Landschaft-als-Text-Verstehens wird davon ausgegangen, daß sich sehr vielfältige Geschichten in einer ebenso vielfältigen Weise in einer Stadt sedimentieren. Entsprechend werden Stadtlandschaften auf der Ebene einer symbolischen Repräsentativität – im Sinne jeweiliger Sehgewohnheiten und im Sinne einer jeweiligen Decodierungsbereitschat/-kunst -gelesen- bzw. auch übersehen, zu flüchtig oder gar nicht gelesen oder aber auch nach sinnstiftenden Impulsen -zwischen den Zeilen- gefahndet. Häufig sind es komplexe, häufig auch zunächst undurchsichtige Strategien einer An- und Enteignung von Raum, nicht offenkundige Insignen von Macht- oder Demokratieverständnissen oder Hinterlassenschaften fragwürdiger Entwürfe von Demokratie oder allgemein sehr kryptisch in Erscheinung tretende Spuren von Werten und Wertschätzungen.– Stadtlandschaften werden interessant in ihren jeweils unterlegten Gesinnungstopologien. Die Wahrnehmung als erkenntinisleitende Kategorie spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ebenso wie die Frage nach Strategien der Sichtbarmachung und Unsichtbarmachung kultur- und sozialräumlicher Probleme, sind Praktiken des Kommunizierens, des Inszenierens und Theatralisierens bedeutsam. Anhand sehr unterschiedlich gestalteter Momentaufnahmen aus meinen -Gelände-praktika und Exkursionen soll zum einen eine Annäherung an diese Art der -Dechiffrierungskunst- erfolgen und zum anderen soll ausschnittweise an verborgene Gesinnungstopologien von Stadtlandschaften (insbesondere auch von Kassel) herangeführt werden. U.a. wird es in dieser Veranstaltung auch um Stadtlandschaften zwischen postulierten Integrationsprogrammen und desintegrativen Alltagspraktiken, zwischen Demokratie-/Partizipationsansprüchen und Entdemokratisierung, zwischen -Vielfalt- als normierte Konstante und -Vielfalt- im Sinne jeweils unverwechselbarer Systemzusammenhänge; zwischen Be- und Entschleunigungsprozessen. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2014/15 Schlüsselkompetenzpool FB05 Prof. Dr. Kruckemeyer Frauke