Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Stadtentwicklung und 8222 The Rise of the Creative Class 8220
Das Seminar hat seinen thematischen Ausgangspunkt in den markanten Thesen Richard Floridas. Für den US-Ökonomen (www.creativeclass.com) ist ein neues Zeitalter mit dem Aufstieg der sog. -creative class- angebrochen: • -The great transition from the agricultural to the industrial age …....
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Jetzt Lernplan erstellenDas Seminar hat seinen thematischen Ausgangspunkt in den markanten Thesen Richard Floridas. Für den US-Ökonomen (www.creativeclass.com) ist ein neues Zeitalter mit dem Aufstieg der sog. -creative class- angebrochen:
• -The great transition from the agricultural to the industrial age …. give rise to giant factory complexes in places like Detroit and Pittsburgh. The transformation now in progress is potentially bigger and more powerful. For the previous shift substituted one set of physical inputs (land and human labor) for another (raw materials and physical labor) while the current one is based fundamentally on human intelligence, knowledge and creativity- R. Florida, The Rise of he Creative Class, New York 2002).
Die Entwicklungschancen von Metropolen und Stadträumen resultieren danach immer weniger aus industriellen Leistungen als vielmehr aus einer endogenen Kompetenztrilogie von -Technology, Talent and Tolerance-.
Die klassischen Lebensmuster und räumlichen Verortungen der tradierten Industriegesellschaften verlieren demgegenüber an Bedeutung. Nicht zufällig entstehen neue Kreativquartiere bevorzugt auf den -Spielfeldern- von Konversionsarealen. Nordrhein-Westfalen, das größte industrielle Bundesland, annonciert sich mittlerweile gerne als -CREATIVE NRW-.
Floridas Diagnosen und Rankings sind nicht ohne begründeten Widerspruch geblieben. Dennoch bilden sie inzwischen das strategische Regelwerk der internationalen Standortentwicklung und definieren immer stärker die Dynamik städtischer Räume sowie ökonomischer und kultureller Formationen. In Dortmund wurde mit dem European Center for Creative Economy (ECCE) eine eigene Entwicklungsagentur für das Ruhrgebiet geschaffen.
Die Denkweisen kategorisieren auch die Verteilungsbudgets der Europäischen Union: Diese hat Kultur- und Kreativwirtschaft in die Förderperiode 2014-2020 aufgenommen und die weichen Cluster damit zu einer europäischen Kontinentalstrategie gemacht. Deren Leitbilder erfordern nicht selten bei den örtlichen Einzelprojekten kompetenzübergreifende Allianzen zwischen kommunaler Stadtentwicklungs-, Kultur-, Wirtschafts- und Sozialpolitik.
Prosperität hat allerdings oft auch ihren Preis: Markenstarke Stadt- und Kreativquartiere des internationalen Investments importieren ebenso schnell selektierende Gentrifizierung bzw. soziale Verdrängung. Politische Gegenbewegungen haben sich deshalb dazu mit eigenen intellektuellen und planerischen Entwürfen z.B. in Hamburg (Not in Our Name. Marke Hamburg, 2009) oder New York (Tom Angotti, New York for Sale, 2011) formiert.
Die Themen der einzelnen Sitzungen sollen möglichst die ganze Breite der aktuellen Entwicklung mit ihren räumlichen, kulturellen und ökonomischen Chancen, aber auch politischen Implikationen und möglichen sozialen Folgen abdecken. Auch erste Evaluationen der jeweiligen Quartiersentwicklungen sind je nach Stand der Projekte möglich.
Seminarablauf
Folgende Themenfolge wird vorgeschlagen (die selbstverständlich noch in Abstimmung mit den Seminarteilnehmern variiert werden kann):
• Klassiker des neuen Denkens: Richard Florida (US), Charles Landry GB)
• Die Kampagne CREARTIVE NRW
• Gegenentwürfe-, bewegungen: Tom Angotti: New York, Manifest Hamburg: Gängeviertel
• European Center of Creative Economy (ECCE Dortmund) und Wirtschafdtsmetropole Ruhr (WMR) GmbH: Strategien, Organisation, Projekte, Akteure
• Kreativquartiere:
• Amsterdam: -Kunststad NDSM-Werf-
• Berlin: Südliche Friedrichstadt
• Hamburg: HafenCity und Oberhafen
• Metropole Ruhr: Dinslaken (KQL) Lohberg, Duisburg- Ruhrort, Unionsviertel Dortmund, Victoria Quartier Bochum
• Münster: Stadthafen
• München: Kreativquartier Dachauer Str./Luitpold-Kaserne
Hinweis: Für die Exkursionswoche ist ein Besuch der WMR (Wirtschaftsmetropole Ruhr GmbH) und von ECCE in Dortmund mit Vorträgen (einschl. Gesprächen und Diskussionen) der dort Verantwortlichen vorgesehen.
Tom Angotii, New York for Sale, New York 2011
Lange, Bastian et alii, Governance der Kretavwirtschaft: Diagnosen und Handlungsoptionen, Bielefeld 2009
Richard Florida, The Rise oft he Creative Class, New York 2009
Kreativwirtschaft Ruhr – Innovationsmotor für Wirtschaft, Kultur und Stadtentwicklung, Dortmund 2012
Charles Landry, The Creative City, Lomdon 2008
Andreas Reckwitz, Die Erfindung der Kreativität – Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung, Frankfurt 2012
Weitere und vertiefende Recherchen finden sich online. Die Liste wird noch mit Vorlesungsbeginn ergänzt
Raumplanung
M.Sc. Raumplanung (2012): Voraussetzung für den Abschluss ist der Nachweis der erfolgreichen aktiven Mitarbeit nach §19 MPO. Daran knüpfen sich folgende Anforderungen:
• qualifizierte regelmäßige Teilnahme mit Vor- und Nachbereitung
• Literatur-, Medien- Institutionenrecherche und Transfer
• vertiefende Präsentation eines einzelnen Themenmoduls mit Vortrag/Moderation und späterer Überarbeitung nach Seminardiskussion und Dokumentation
M.Sc. Raumplanung (2008): Voraussetzung für den Abschluss ist der Nachweis der erfolgreichen aktiven Mitarbeit. Daran werden die o. g. Anforderungen gestellt.
Technische Universität Dortmund
SoSe 2014
Master Raumplanung (2008)
Dr.
Nellen Dieter