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Uni-Kassel
14. März 2017

Hauptseminar DDR Literatur

Das Seminar hat die vielgestaltige Literatur (in) der Deutschen Demokratischen Republik zum Gegenstand. Untergegangen ist das Land die künstlerischen Auseinandersetzungen mit den Fragen der Zeit und die facettenreichen Schreibweisen seiner Dichter und Autoren indessen bleiben. In ihren poetischen Verdichtungen werden...

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Das Seminar hat die vielgestaltige Literatur (in) der Deutschen Demokratischen Republik zum Gegenstand. Untergegangen ist das Land die künstlerischen Auseinandersetzungen mit den Fragen der Zeit und die facettenreichen Schreibweisen seiner Dichter und Autoren indessen bleiben. In ihren poetischen Verdichtungen werden Reibungen an den subjektiv empfundenen Widersprüchen des sozialistischen Alltags sinnfällig; zugleich lassen sich vor dem Hintergrund eingeschränkter Meinungsfreiheit und eines gesellschaftlich bindenden Literatursystems verallgemeinerbare Widersprüche identifizieren. Die Texte offerieren grundsätzlich einen (selektiven) Blick auf die Wirklichkeit in dem östlichen, dem sozialistischen Teil Deutschlands, während die Beobachtung dieser literarischen Beobachtung die Strategien und Ansprüche der Texte offenbart ebenso wie die pragmatischen oder utopischen Gegenentwürfe zur Realität und die konkreten literatur- und kunstpolitischen Schreibbedingungen in der DDR. Neben einigen dramatischen Texten lesen wir überwiegend Prosa. Der chronologische Zugriff auf das Primärmaterial richtet sich nach seiner Entstehungszeit. Die Textauswahl aus etwas mehr als 40 Jahren DDR-Literatur erfolgt anhand von in Anthologien aufgenommenen Kurzgeschichten und Romanausschnitten. Die bestehenden stiltypologischen, funktions- und zeitgeschichtlichen, ideologischen und thematischen Einteilungsvorschläge des DDR-literarischen Korpus seitens der Forschung, etwa in Aufbau-, Ankunfts-, Bitterfelder-Weg-/Produktions-, Untergrund-, antifaschistische Widerstandsliteratur u.a.m., gilt es zu überprüfen. Es geht darum, die ausgesuchten Texte diesen Kategorien plausibel zuzuordnen und darüber hinaus transkategoriale Problemfelder zu konzipieren, die die Einzeltexte und die Kategorien miteinander in Beziehung setzen und verknüpfen. Am Ende steht die Frage, welche großen Entwicklungslinien die DDR-Literatur durchziehen, welche Alleinstellungsmerkmale sie besitzt, und in welchem Ausmaß sie künstlerische Autonomie beanspruchen kann entgegen den Unkenrufen von der durch und durch partei- und kulturpolitisch gelenkten, poetisch wie ästhetisch uneigenständigen, klischeetypisierenden ‚Text-Maschine -Sozialistischer Realismus-. Primärliteratur wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben. Zur ersten Sitzung muss gelesen sein: Abschnitt -DDR-Literatur-, in: RLW = Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. 3 Bde., neubearb. Aufl., Bd. 1, hg. v. Klaus Weimar, Berlin 2003, S. 328-332; Wolfgang Emmerich: Kleine Literaturgeschichte der DDR 1945-1988. Erweitere Ausgabe. Frankfurt/M 1989, S. 7-8; Benedikt Jeßing: Neuere deutsche Literaturgeschichte. Eine Einführung. Tübingen 2008, S. 234-241. Bemerkung LitWiss Voraussetzungen Voraussetzungen Erwerb Teilnahmenachweis : aktive UND regelmäßige Teilnahme im Seminar + Übernahme einer (Gruppen)Patenschaft für eine Sitzung Leistungsnachweis Bedingungen Erwerb Leistungsnachweis : Verfassen eines zweiseitigen Assignments; darin Konturierung des Themas, das die Hausarbeit entfaltet; Klausur oder mdl. Prüfung auch möglich: diese ebenfalls jeweils durch ein Assignment vorzubereiten FB 02 Institut für Germanistik Voraussetzungen Erwerb Teilnahmenachweis : aktive UND regelmäßige Teilnahme im Seminar + Übernahme einer (Gruppen)Patenschaft für eine Sitzung Bedingungen Erwerb Leistungsnachweis : Verfassen eines zweiseitigen Assignments; darin Konturierung des Themas, das die Hausarbeit entfaltet; Klausur oder mdl. Prüfung auch möglich: diese ebenfalls jeweils durch ein Assignment vorzubereiten Uni Kassel SoSe 2013 Germanistische Sprachwissenschaft Deutsch Zweitfach Dr. Münkner Jörn