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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar THEORIE UND GESCHICHTE DER PFLANZENVERWENDUNG DORFVEGETATION

Das Seminar behandelt in diesem Semester vorrangig die Geschichte der Vegetation in Dörfern und ist damit auf ein noch immer wenig erforschtes Thema gerichtet. Nicht nur dass die Quellenlage schlecht ist, als Planer sind wir (bzw. unsere professionellen Vorfahren in...

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Das Seminar behandelt in diesem Semester vorrangig die Geschichte der Vegetation in Dörfern und ist damit auf ein noch immer wenig erforschtes Thema gerichtet. Nicht nur dass die Quellenlage schlecht ist, als Planer sind wir (bzw. unsere professionellen Vorfahren in Heimat- und Naturschutz) auch selbst, zum Beispiel über Dorferneuereungsprogramme, seit den 1960er Jahren aktiv in diese Geschichte verwickelt. Weder die Historie der öffentlich zugänglichen Vegetation, noch die der Gärten in Dörfern ist weit zurückreichend dokumentiert. Wie im Fall zahlreicher anderer historischer Gegenstände, fiel die Aufmerksamkeit auf die Dorfvegetation erst, als sie in damals gegebener Form zu verschwinden drohte, d.h. seit etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als mit den Agrarreformen (Verkoppelungen, -Bauernbefreiung-, Aufhebung der Flurzwänge etc.) das ländliche Wirtschafts- und Sozialleben umgewälzt wurde. Mit den Anfängen des Heimat- bzw. Naturschutzes Ende des 19. Jhdts. tauchen Beschreibungen von -Land und Leuten- auf. Allerdings ist das Land, einschließlich der Dörfer, unter dem Begriff Landschaft schon vorher Symbol idealer Mensch-Naturbeziehungen gewesen. Die Vorstellungen und Wahrnehmungen von Dorf und Land wurden maßgeblich durch die Geschichte dieses Symbols geprägt. Dies wirkt bis heute in historische Untersuchungen als auch Versuche, die Veränderungen der Dörfer aufzuhalten oder gestalterisch zu beeinflussen (Stichwort Dorferneuerung), fort. An beispielhaften Texten und historischen Spuren soll im Seminar die jüngere Geschichte der Dorfvegetation nachvollzogen werden. Ergänzung findet die theoretische Bearbeitung des Themas im parallel laufenden Projekt (Zwischendorf statt Zwischenstadt?) und dem Projektseminar (Landschaftsbau-Vegetationstechnik). Begleitet wird das Seminar durch Kartier- und Interpretationsübungen sowie Übungen zur Pflanzen- und Gesellschaftskenntnis. Zu den Seminaraufgaben zählen die gemeinsame Eingrenzung der Themen, Bibliotheksrecherchen und das Schreiben eines eigenen Textes. Lernziele und Kompetenzen sind auf das wissenschaftlich fundierte Verständnis historischer und aktueller Ansätze der Pflanzenverwendung gerichtet. Damit wird nicht nur eine vertiefte Kenntnis vorhandenen Wissens erarbeitet, sondern die Grundlage für die Fähigkeit gelegt, selbständig nachvollziehbare Problemdefinitionen und kreative Problemlösungen zu formulieren. Empfohlene Literatur: Braun-Blanquet, Josias 1964: Pflanzensoziologie. Kap. II -Lebensformen und Lebensformsystematik- S. 141-171. Wien-New York (in der UNI-Bib. vorhanden) Brun-Hool, Josef 1980: Zur Pflanzensoziologie schweizerischer Gärten. In: Phytocoenologia 7 (Festband Tüxen). S. 73 - 99. Braunschweig-Stuttgart (in der UNI-Bib. am AVZ vorhanden) Beispielhaft für Dorferneuerungs-Debatten: Landzettel, Wilhelm 1979: Häuser und Straßen. Dorfentwicklung in Hessen. (in der UNI-Bib am Hopla vorhanden) FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel WiSe 2010/11 Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung Dr.-Ing. Bellin Harder Florian Ing