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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Theorie und Geschichte der Pflanzenverwendung Pflanzenverwendung im Kontext der deutschen Reformbewegungen um 1900

- Pflanzenverwendung im Kontext der deutschen Reformbewegungen um 1900 Aktuell erinnert man sich wieder – wie bereits in den 1980er Jahren – der Reformbewegungen in Deutschland (z.B. Zeit Geschichte 1/13 Anders Leben – Jugendbewegung und Lebensreform in Deutschland um 1900),...

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- Pflanzenverwendung im Kontext der deutschen Reformbewegungen um 1900 Aktuell erinnert man sich wieder – wie bereits in den 1980er Jahren – der Reformbewegungen in Deutschland (z.B. Zeit Geschichte 1/13 Anders Leben – Jugendbewegung und Lebensreform in Deutschland um 1900), weil bestimmte Reformgedanken bis heute lebendig sind. Vegetation und Natur waren auf unterschiedliche Weise in die Reformbewegungen um 1900 verstrickt. Die Ära des Landschaftsparks klang in Deutschland nach Hennebo und Hoffmann in einem Stilchaos aus und die Gartenkunst als hohe Kunst ging verloren (1963: 278). Allerdings trat die Gesellschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts insgesamt in eine Phase starker gesellschaftlicher Umbrüche ein. Wie schon in der Blüte des Landschaftspark selbst (s. Siegmund 2009) fanden verschiedene Reaktionen auf die gesellschaftlichen Veränderungen statt. Am Ende des Feudalismus und den stärker werdenden proletarischen und bürgerlichen Kräften bildeten sich Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts Reformbewegungen heraus, die entsprechend unterschiedlich politisch motiviert waren und unterschiedliche Ziele verfolgten. Themen wie Selbstversorgung aus dem Garten, soziales Grün, Grün und Gesundheit, durch die damals auch die Pflanzenverwendung zunehmend eine Rolle spielte, sind weiter oder wieder aktuell. Gartentypen wie der Naturgarten, der Bauerngarten und der Architektonische Garten wurzeln in dieser Zeit und könnten auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein. Wie damals, so ist auch heute nicht immer klar, mit welcher Begründung Vegetation zum Einsatz kommt, welchen Sinn sie erfüllen soll und welche praktischen Konsequenzen aus der Pflanzenverwendung folgen. Um nicht bedenkenlos aktuell verbreiteten Ideen wie der -Nachhaltigkeit- oder -Gesundheit durch Grün- zu folgen und den Verheißungen vermeintlicher Pflegeleichtigkeit und Extensität von Pflanzungen blind zu glauben, ist die Kenntnis dieser Phase der Historie der Pflanzenverwendung nützlich. Auf der Basis dieses Wissens sollte es möglich werden, eigene Positionen der Verwendung von Vegetation zu formulieren. Prüfungsleistungen sind Präsentationen und schriftliche Referatsausarbeitungen Vorbereitende Literatur (fett gesetzt vorrangig): Buchholz, K.; Latocha, R. 2001: Die Lebensreform. Entwürfe zur Neugestaltung von Leben und Kunst um 1900. Darmstadt Duthweiler, S. 2011: Neue Pflanzen für neue Gärten. Entwicklung des Farbsortiments von Stauden und Blumenzwiebeln und ihre Verwendung in Gartenanlagen zwischen 1900 und 1945 in Deutschland. Worms Eisel, U.; Schultz, S. (Hrsg.) 1991: Geschichte und Struktur der Landschaftsplanung. Berlin Gröning, G.; Wolschke-Bulmahn, J. 1995: Liebe zur Landschaft. Teil 1: Natur in Bewegung. Zur Bedeutung natur- und freiraumorientierter Bewegungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für die Entwicklung der Freiraumplanung. Münster Hennebo, D.; Hoffmann, A. 1963: Geschichte der deutschen Gartenkunst. Band III Der Landschaftgarten. Hamburg Körner, S. 2001: Theorie und Methodologie der Landschaftsplanung, Landschaftsarchitektur und Sozialwissenschaftlichen Freiraumplanung vom Nationalsozialismus bis zur Gegenwart. Berlin Krebs, D.; Reulecke, J. (Hrsg.) 1998: Handbuch der deutschen Reformbewegungen 1880-1933. Wuppertal Musiolek, A. 2005: Blühende Gartenräume. Der englische Einfluss auf Gestaltung und Pflanzenverwendung im deutschen architektonischen Hausgarten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Berlin Sieferle, R.P. 1984: Forschrittsfeinde? Opposition gegen Technik und Industrie von der Romantik bis zur Gegenwart. München Siegmund, A. 2009: Die Vieldeutigkeit der Bilder im Landschaftsgarten. In: Kirchhoff, T.; Trepl, L. (Hrsg.): Vieldeutige Natur. Landschaft, Wildnis und Ökosystem als kulturgeschichtliche Phänomene. 163-178. Bielefeld Spitthöver, M.; Homann, K. 2006: Bedeutung und Arbeitsfelder von Freiraum- und Landschaftsplanerinnen. Von der Professionalisierung seit der Jahrhundertwende bis 1970. Schriftenreihe des Fachbereichs Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Band 29. Kassel Wimmer, C.A. 1989: Geschichte der Gartentheorie. Stuttgart FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel WiSe 2013/14 Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung Dr.-Ing. Bellin Harder Florian Ing